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Politik

Bundesregierung ein Jahr im Amt: Meinung zur Schwarz-Roten-Koalition

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Bundesregierung ein Jahr im Amt: Meinung zur Schwarz-Roten-Koalition
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Ein Jahr regiert Schwarz-Rot das Land. Alles läuft schlecht? Das sagen viele. Doch das greift zu kurz.

Friedrich Merz, an dieser Info kommt derzeit keiner vorbei, ist der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten. Sogar der unbeliebteste Regierungschef der ganzen Welt soll er sein, heißt es, noch unbeliebter als Recep Tayyip Erdoğan und Donald Trump.

Seine schwarz-rote Koalition? Natürlich: unbeliebt! So unbeliebt wie kein Regierungsbündnis zuvor nach nur einem Jahr, schlimmer als die Ampel in der Endstufe! Nein, wie grässlich schlecht ist die Truppe jener „da oben“ bloß, welche Nichtskönner regieren da in Berlin! Ach wo: Was für Dödel führen die Deutschen geradewegs in den Abgrund.

Herrje, wirklich? Oder, etwas ausführlicher gefragt: Wo nur ist das deutsche Dörfchen abgeblieben, in dem wir alle einmal die Kirche lassen können? Wann haben sich die stets leicht nörgeligen Glas-halbleer-Deutschen ein Volk der Ungeduldigen, Genervten, Dauer-Empörten verwandelt?

Viele internationale Krisen

Zweifellos läuft nicht alles rund in Deutschland nach dem ersten Regierungsjahr von CDU, CSU und SPD. Vieles läuft sogar ziemlich schlecht, das Wirtschaftswachstum zum Beispiel. Und ja, es stimmt, die Erwartungen, die insbesondere der Kanzler selbst im Wahlkampf geweckt hat, waren so absurd hoch, dass er sie nur enttäuschen konnte.

Gerade Letzteres aber liegt kaum am Sender allein, sondern zu mindestens ebenso großen Teilen auch am Empfänger der Botschaft, dem Volk. Was haben sich all jene denn gedacht, die jetzt so lamentieren über den fehlenden Elan der Regierung und den ausgebliebenen Stimmungsruck im Land? Dass Merz, Klingbeil und Co. das Land per Fingerschnippen umkrempeln? Niemand, der nur halb bei Trost ist, kann diese Frage bejahen.

Zumal auch diese Regierung, wie schon jene zuvor, mit so tiefgreifenden geopolitischen Verwerfungen umgehen muss, dass es fast verständlich wäre, wenn abseits dessen für anderes gar keine Zeit mehr bliebe. Donald Trump, der erratische Präsident im Weißen Haus, der den Westen zu zerstören droht; Wladimir Putin, der unablässig das ukrainische Volk und damit Europa mit Drohnen und Raketen beschießt. Jetzt auch noch der von Revolutionsgardisten geführte Iran, der entdeckt hat, wie leicht er die gesamte ölhungrige Welt in der Straße von Hormus erpressen kann.

Der Reformdruck ist hoch

Und auch innenpolitisch könnten die Herausforderungen kaum größer sein nach all den Jahren und Jahrzehnten, in denen Deutschland etwa keine größeren Sozialreformen mehr gesehen hat. Diese Regierung wird, weil sie es muss, dem Land einiges zumuten.

Doch immerhin sagen das der Kanzler und sein Vizekanzler auch mehr oder weniger offen. Lullten Angela Merkel („Sie kennen mich“, schlafen Sie weiter) und Olaf Scholz (alles bleibt so, wie es ist) das Volk noch ein, setzen Merz und Klingbeil ganz bewusst auf einen anderen Sound. Sie beschönigen wenig, sie sind ehrlich, auch wenn das, man denke an die Beliebtheitswerte, vielen nicht gefällt.

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