CDU-Politiker unter Druck
Wegner zieht Kandidatur zur Berlin-Wahl zurück
Aktualisiert am 10.07.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Player wird geladen
Politbeben in der Hauptstadt: Zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zieht der Regierende Bürgermeister seine Kandidatur zurück.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verzichtet auf eine erneute Kandidatur bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin am 20. September. Regierungschef will er nach t-online-Informationen aber bis zur Wahl bleiben. Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag sagte er:
„Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich mit den wichtigen Thehmen nicht mehr durchdringe“, sagte Wegner. Er kriege es nicht mehr hin, Botschaften zu senden, „weil eine andere Debatte alles überlagert“.
„Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht“, sagte Wegner weiter. „Glauben Sie es mir, ich ärgere mich am meisten darüber. Das war auch Mist.“ Er wolle der bleiben, der er ist. „Die Stadt Berlin ist mir wichtiger als meine Person. Die Berliner sind mir wichtiger als meine Person und auch die Partei ist mir wichtiger.“ Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, so Wegner. „Deswegen werde ich heute Abend den Kreisvorsitzenden mitteilene, dass ich von einer Spitzenkandidatur Abstand nehme.“
Wegner steht seit Monaten unter Druck wegen seines Krisenmanagements beim Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres. Er hatte zunächst behauptet, nach dem Vorfall am 3. Januar den ganzen Vormittag Krisentelefonate geführt zu haben. Dann kam heraus, dass er mitten in der Krise Tennis spielen ging. Zuletzt wurde bekannt, dass Wegner das erste Telefonat an dem Tag erst um kurz vor 13 Uhr führte.
Tritt statt Wegner Finanzsenator Stefan Evers an?
Wegners CDU regiert in Berlin mit der SPD. In Umfragen liegt die CDU derzeit hinter Linken, SPD und Grünen. Offiziell ist bislang noch unklar, mit welchem Kandidaten oder welcher Kandidatin die Berliner CDU nun zur Wahl antreten wird. Vieles deutet nach t-online-Informationen jedoch auf Stefan Evers hin, Berlins Finanzsenator.
Evers war früher lange Generalsekretär der Berliner CDU. Er gilt als integer, seriös und innerhalb der Partei als beliebt. Würde die CDU auf ihn als Spitzenkandidaten umschwenken, müssten potenziell Plakate und Flyer neu gedruckt werden. Der Wahlkampfauftakt steht unmittelbar bevor.
Die entscheidende Frist für einen Wechsel ist noch nicht abgelaufen. Bis kommenden Dienstag können die Parteien der Landeswahlleitung ihre Kandidaten offiziell melden. Im Falle der CDU in Berlin ist dieser Zeitpunkt dabei weniger wichtig. Die Konservativen treten in der Hauptstadt mit sogenannten Bezirkslisten zur Wahl an, nicht mit einer Landesliste, die Wegner anführt.
