Auszählung des Bürgerentscheids
Münchner stimmen für eine Olympia-Bewerbung
Aktualisiert am 26.10.2025 – 22:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Münchner Politiker, Sportler und Verbände wollen Olympia in die Stadt holen. Aber wie entscheiden die Bewohner?
München hat Ja zu Olympia gesagt. 66,4 Prozent stimmten laut vorläufigem Endergebnis bei der Bürgerbefragung für eine Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt um Sommerspiele und Paralympische Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044. In allen 25 Münchner Stadtbezirken erreichte die Zustimmung überall mindestens 61,7 Prozent.
„Das ist ein guter Tag für München“, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Der Chef des bayerischen Landessportverbandes, Jörg Ammon, sprach von einem „Traumergebnis“. Rund 1,1 Millionen Münchnerinnen und Münchner waren zur Bürgerbefragung eingeladen. Viele hatten ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben.
Die Frage bei der Abstimmung lautete: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt München um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewirbt, die entweder im Jahr 2036, 2040 oder 2044 stattfinden?“
Insgesamt war die Wahlbeteiligung für einen Bürgerentscheid in München sehr hoch: 38 Prozent der Stimmberechtigten hatten sich an der Wahl beteiligt. Der bisherige Rekord lag beim Bürgerentscheid zum Stadionneubau in Fröttmaning mit 37,5 Prozent.
Ob es tatsächlich zu zweiten Olympischen Spielen in München nach 1972 kommt, bleibt offen. Die Befürworter wollten mit einem möglichst guten Ergebnis ein Signal auch an die anderen deutschen Interessenten Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr senden. Die Rechnung lautete: je höher die Zustimmung, desto größer Münchens Chancen im internen Wettstreit. „Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen aus den Mitbewerberstädten“, sagte OB Reiter.
„Jetzt starten wir durch. Jetzt ziehen wir an. In den internationalen Rankings ist München die erfolgreichste deutsche Sportstadt. Wir sind unter den ersten Zehn. Alle anderen sind weiter weg“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der Wahlparty der Olympia-Befürworter.
Auf der Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Frankfurt am Main entscheidet der nationale Dachverband DOSB über den finalen Weg zur Auswahl des deutschen Kandidaten. Erst im kommenden Jahr entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Vergabe der Olympischen Spiele. Erwartet wird, dass Deutschland international von Ländern wie Indien, Katar oder Saudi-Arabien große Konkurrenz bekommen könnte.
Die Befürworter einer Bewerbung Münchens glauben, dass Olympia die Stadt ähnlich voranbringen könnte wie bei den Sommerspielen vor über 50 Jahren. Es war auch das letzte Mal, dass Deutschland Olympia-Gastgeber war. Die Münchner Planer wollen auch damit punkten, dass viele Sportstätten wie das Olympiastadion schon bestehen und wieder genutzt werden könnten. Vor zwölf Jahren war eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 bei den Münchner Bürgern noch durchgefallen.
