Nicht bei allen Frauen kann brusterhaltend operiert werden. Nach einer Mastektomie der Brust fühlen sich viele Frauen nicht mehr als „ganze Frau“. Sie hadern mit ihrem veränderten Körper. Viele haben Angst, Nähe zuzulassen und sich ihrem Partner zu zeigen. Sie ziehen sich emotional und körperlich zurück.

Die Partnerschaft, wie sie früher gelebt wurde, ist mit enormen Veränderungen konfrontiert, die auch in das Sexualleben hineinreichen. Auch deswegen ist eine ärztliche, psychoonkologische oder psychotherapeutische Begleitung für das Paar sinnvoll. Eine offene Paarkommunikation von Beginn an und die therapeutische Begleitung unterstützen den Umgang mit der Erkrankung und den Umgang mit Gefühlen wie Angst, Wut und Hilflosigkeit auf beiden Seiten. Das ermöglicht zugleich auch, neue Kraft zu tanken und gemeinsam auch die schönen Seiten des Lebens wahrzunehmen und zu genießen.

Zertifizierte Brustkrebszentren bieten eine psychoonkologische Betreuung für die betroffenen Frauen, aber auch für Angehörige an. Kurzfristig ist auch die ambulante Betreuung durch eine Krebsberatungsstelle möglich. Die Beratungsstellen sind zudem gut vernetzt und können Paaren Psychotherapiepraxen in der Region empfehlen. Eine Psychotherapie geht über die Beratung hinaus. Sie kann helfen, wenn die seelische Belastung durch die Erkrankung ausgeprägt ist oder lange andauert.

Auch Selbsthilfegruppen in der Nähe bieten Unterstützung. Der Austausch mit anderen Betroffenen wird meist als hilfreich und unterstützend empfunden. Verschiedene Kontakt- und Betreuungsangebote finden Patientinnen beispielsweise auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes (KID). Dieser bietet auch ein Beratungstelefon an: 0800 420 30 40. Unter dieser Nummer beantworten Ärztinnen und Ärzte täglich von 8 bis 20 Uhr Fragen. Der Anruf ist innerhalb Deutschlands kostenlos.

Viele Frauen merken: Die Brustkrebsbehandlung ist zwar abgeschlossen, doch die Ängste bleiben. Angst, dass vielleicht doch noch Krebszellen im Körper sind. Angst, nicht mehr in das normale Leben zurückzufinden. Angst, für den Partner möglicherweise nicht mehr attraktiv genug zu sein.

Auch nach der Therapie von Brustkrebs finden Betroffene weiter Begleitung. Die weiterführende psychologische Begleitung ist Teil einer Anschlussheilbehandlung (AHB) oder Anschlussrehabilitation (ARH), die Frauen nach der Akutbehandlung in Anspruch nehmen können. Sie unterstützt Betroffene dabei, den Weg in ihr Leben zurückzufinden und mit Ängsten und Sorgen nach der Krebsbehandlung besser umzugehen. Vielen Betroffenen gelingt es, mit der Zeit wieder ihr seelisches Gleichgewicht zu finden. Die Verarbeitung einer schweren Erkrankung ist aber kein „einmaliger Kraftakt“, sondern ein „fortlaufender Prozess“, wie der KID betont. Es braucht Zeit. Auch gibt es nicht den „einen richtigen Weg“, mit der Erkrankung umzugehen. Jede Krebspatientin geht ihren eigenen Weg und muss ausprobieren, was ihr im individuellen Fall hilft und was guttut.

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