Anteile aufgestockt

Briten übernehmen deutsches Modelabel Hugo Boss


24.10.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Filiale von Hugo Boss in Stuttgart: Das schwäbische Kleidungslabel hat einen neuen Mehrheitseigner. (Quelle: xMarkus_Mainkax via imago-images)

Eine britische Holding hat das deutsche Modehaus Hugo Boss übernommen. Im September hatte sich der Aufsichtsratschef zurückgezogen.

Die britische Frasers Group hat die Mehrheit an Hugo Boss übernommen. Das teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Die Frasers Group gehört mehrheitlich dem Milliardär Mike Ashley und kaufte am selben Tag 198.666 weitere Aktien des Modekonzerns für rund 7,6 Millionen Euro. Damit hält Frasers nun 50,08 Prozent des Grundkapitals. Laut einer Pflichtmitteilung von Hugo Boss vom Montag hatte der Anteil Mitte Oktober noch bei 48,8 Prozent gelegen.

Je Aktie zahlte Frasers 38,41 Euro. Zu diesem Kurs ging das Papier laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag auch aus dem Aktionindex Xetral. Hugo Boss wird damit zur Tochtergesellschaft von Frasers, die Briten wollen den Modekonzern künftig in ihre Konzernbilanz einbeziehen. Der Schritt sei im besten Interesse der Frasers-Aktionäre, hieß es in der Mitteilung. Ein Hugo-Boss-Sprecher sagte, man habe die Aufstockung zur Kenntnis genommen. Für das Unternehmen ändere sich dadurch aber wenig.

  • Mehrere Standorte betroffen: Baumarkt-Kette schließt Filialen
  • Drei Standorte vor Schließung: Versicherer Generali streicht 800 Stellen

Über verkaufte Put-Optionen könnten Frasers zudem bis zu 21,87 Prozent weitere Hugo-Boss-Aktien zufallen. Die Käufer dieser Optionen haben das Recht, Frasers ihre Papiere zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen.

Hugo Boss-Übernahme: Frasers baute Einfluss immer weiter aus

Die britische Frasers Group ist seit 2020 an Hugo Boss beteiligt. Im Juni hatte der Konzern den übrigen Aktionären 38 Euro je Aktie geboten. Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss hielten den Preis für zu niedrig und rieten von einer Annahme ab. Nach Ablauf des Angebots hielt Frasers 47,89 Prozent und verfehlte die Mehrheit damit knapp. Anfang September kündigten die Briten an, über weitere Zukäufe die Schwelle von 50 Prozent überschreiten zu wollen.

Auch im Aufsichtsrat hat Frasers seinen Einfluss ausgebaut. Mitte September zog sich der bisherige Vorsitzende Stephan Sturm auf Druck des Großaktionärs zurück. Frasers erklärte damals, man habe sich mit Sturm auf dessen Rückzug verständigt. Sturm sagte, er habe seine Rolle stets so verstanden, im besten Interesse des Unternehmens und aller Aktionäre zu handeln. Kurz darauf wählte das Gremium Frasers-Chef Michael Murray zum neuen Vorsitzenden. Er gehört dem Aufsichtsrat seit Mai 2025 an.

Zu Frasers gehören unter anderem der Sportartikelhändler Sports Direct, die Warenhauskette House of Fraser und der Luxusmodehändler Flannels. Zudem ist der Konzern an weiteren Unternehmen beteiligt, etwa am Onlinehändler Asos.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version