Betrieb geht weiter
Brauerei aus Nordrhein-Westfalen beantragt Insolvenz
28.07.2026 – 08:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Traditionsbrauerei Westheim kämpft um ihre Zukunft: Das nordrhein-westfälische Familienunternehmen will sich neu aufstellen.
Die Brauerei Westheimer GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Trotz des Sanierungsverfahrens bleibt der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt bestehen.
Das Unternehmen nahe dem nordrhein-westfälischen Marsberg gehört mit 58 Mitarbeitenden und zwei Auszubildenden zu den bedeutenden mittelständischen Arbeitgebern der Gegend. Produktion, Abfüllung und Auslieferung der Marken Westheimer, Arolser, Allersheimer, Caluna, limoNAHde und Nah2O werden planmäßig fortgeführt.
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Die Geschäftsleitung des zu Stolberg’schen Familienunternehmens führt das Unternehmen nun zusammen mit Restrukturierungsexperten. Sie gibt die schwierige Lage der deutschen Brauwirtschaft als Grund für die Insolvenz an. Diese befinde sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel: Der Bierkonsum gehe kontinuierlich zurück, Konsumgewohnheiten veränderten sich, und zugleich stiegen die Anforderungen an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Zahlreiche Maßnahmen, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen, hätten zuvor nicht ausgereicht. Auch die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise hätten vor allem mittelständische Brauunternehmen zusätzlich belastet.
Trotz zahlreicher Brauereischließungen: Geschäftsführer sieht Zukunft

Damit ist die Brauerei Westheim kein Einzelfall. Nach einem Höchststand im Jahr 2019 mit 1.552 Brauereien sank ihre Anzahl nach Angaben des Statistischen Bundesamts kontinuierlich. Im Jahr 2025 gab es demnach in Deutschland 1.415 Brauereien, 2024 waren es noch 1.459 und 2023 1.511 Brauereien.
Moritz von Twickel, geschäftsführender Gesellschafter, sieht seinen Braubetrieb nicht auf der Liste: „Unsere Brauerei steht seit über 160 Jahren für Regionalität, Verlässlichkeit und handwerkliche Braukunst. Diese Werte bleiben unverändert bestehen. Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen.“ Die Eigenverwaltung sei kein Ende, sondern der Beginn einer konsequenten Neuaufstellung. Das Ziel sei klar: „Wir wollen unsere Brauerei, unsere Marken, unsere Arbeitsplätze und unseren Standort langfristig sichern.“
