Daten wohl heruntergeladen

Kriminelle legen Gedenkstätten-Netzwerk lahm

11.08.2026 – 18:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Computer (Symbolbild): Mit Schadsoftware verschlüsseln Cyberkriminelle Systeme, um Geld zu erpressen. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa/dpa-bilder)

Unbekannte haben die IT der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten angegriffen und Daten verschlüsselt. Nun warnt die Stiftung vor möglichen Folgen für Besucher.

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden. Dabei handelt es sich um Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt, um Lösegeld zu erpressen. Der Vorfall wurde am 5. August festgestellt und betrifft alle sieben Gedenkstätten-Standorte sowie die Geschäftsstelle.

Zu den betroffenen Standorten zählen unter anderem die Gedenkstätte Sachsenhausen und die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Als erste Maßnahme trennte die Stiftung alle Internet- und Netzwerkverbindungen, um die betroffenen Systeme vom Netz zu nehmen. Externe Spezialisten wurden hinzugezogen.

Stiftungsdirektor Axel Drecoll erklärte: „Durch den schwerwiegenden Angriff professioneller IT-Krimineller ist unser gesamtes IT-System derzeit außer Funktion.“ Weiter sagte er: „Wir arbeiten mit Hochdruck an der sicheren Wiederherstellung der Systeme.“

Besuch ist weiterhin möglich

Nach aktuellem Stand geht die Stiftung davon aus, dass die Angreifer Daten heruntergeladen haben. Welche Daten genau betroffen sind, ist noch unklar. Es könnten interne Verwaltungsdaten sein, aber auch Daten von Geschäftspartnern und Besuchern sowie Vereinbarungen und Dokumente. Die Stiftung teilte mit: „Wie bei solchen Attacken üblich, wurde eine Textdatei mit der Aufforderung zur Kontaktaufnahme hinterlassen mit dem Ziel, eine Zahlung für die Entschlüsselung der Daten zu fordern.“ Das Ausmaß des Schadens und der Datenabflüsse sei derzeit noch nicht absehbar.

Wegen des möglichen Datenabflusses warnt die Stiftung vor einem Anstieg von Phishing- und Spam-Mails sowie vor Versuchen von Rechnungsbetrug. Sie bittet um „erhöhte Aufmerksamkeit bei verdächtigen E-Mails (…), insbesondere solchen, die die Stiftung als vermeintlichen Absender ausweisen“.

Der Besuch der Gedenkstätten ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich. Bis zur Wiederherstellung der Systeme, die nach bisheriger Einschätzung in einigen Tagen erfolgen soll, kann es zu Verzögerungen bei Buchungsanfragen für pädagogische Programme kommen.

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