Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall
Neue Empfehlungen: Das sind die idealen Blutdruckwerte
02.09.2025 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine neue Analyse bestätigt: Bluthochdruckpatienten sollten niedrigere Zielwerte anstreben. Denn trotz kleiner Risiken profitieren Herz und Gehirn deutlich.
Immer mehr Fachgesellschaften empfehlen strengere Zielwerte bei Bluthochdruck. Lange galt, dass ein systolischer Blutdruck, also der obere Wert, unter 140 mmHg ausreichen sollte. Inzwischen raten Experten dazu, deutlich niedriger zu gehen. Eine aktuelle Analyse stützt diese Entwicklung: Sie zeigt, dass eine Senkung auf unter 120 oder 130 mmHg die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert.
Die Ergebnisse wurden parallel zum Europäischen Kardiologie-Kongress im Fachjournal „The Lancet“ vorgestellt. Für die Analyse fassten Wissenschaftler die Daten von mehr als 80.000 Probanden aus sechs großen klinischen Studien zusammen. Sie wollten herausfinden, ob es besser ist, den Blutdruck besonders streng zu senken – also auf unter 120 oder 130 mmHg – im Vergleich zu den bisher üblichen Zielwerten von unter 140 oder 150 mmHg bei Älteren.
Verglichen wurden zwei Gruppen: Patienten mit einem Zielwert unter 120 oder 130 mmHg und Patienten mit Standardtherapie, also einem Ziel unter 140 oder bei älteren Menschen unter 150 mmHg.
Dabei nahmen die Forscher mehrere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Blick: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Tod durch Herzprobleme. Außerdem prüften sie mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel, Ohnmacht, Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden.
Das Ergebnis: Wer den Blutdruck stärker senkte, erlitt seltener Herzinfarkte und Schlaganfälle. Konkret waren es 5,3 Prozent der Patienten in der streng behandelten Gruppe, verglichen mit 7,1 Prozent in der Standardgruppe. Das entspricht einer Risikoverminderung von rund 24 Prozent. Allerdings traten bei den streng behandelten Patienten auch etwas mehr Nebenwirkungen auf.
Die Forscher sprechen sich klar für eine möglichst konsequente Senkung des Blutdrucks aus. Zwar steigt das Risiko für Nebenwirkungen leicht, doch die Vorteile überwiegen: weniger Herzinfarkte, weniger Schlaganfälle, weniger Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je nach Alter, Begleiterkrankungen und Ausgangswert sollten Ärzte und Patienten aber gemeinsam entscheiden, welcher Zielwert realistisch und sicher erreichbar sei, so das Fazit der Studie.
