Natürlich wäre es mit dem heutigen Wissen leicht, meine Skepsis der Zeit zu erklären. Eigentlich habe ich vor langer Zeit die deutsche Einheit voll angenommen. Meine Vorbehalte, die waren, dass sich ein Vereinigter Deutschland zu sehr auf sich selbst konzentrieren und sich vom Rest der Welt isoliert hat, erwies sich als unbegründet. Ich finde die neue Bundesrepublik Deutschland für die Welt viel offener als die alte. Ich möchte hier auf der DDR kein Urteilsvermögen abgeben, das ich nur beim Besuch von Verwandten dort erfuhr. Sicher ist jedoch, dass wir die Deutschen wiedervereinigt haben. Und eine entscheidende Rolle dabei wurde von der Art und Weise gespielt, wie Europa näher zusammengekommen ist, insbesondere auf die östliche Vergrößerung der EU im Jahr 2004 und in erster Linie dank Polen, unserem direkten Nachbarn, dank Polen.

Blühende Freundschaften zwischen Ost und West

Diese Öffnung bis nach Osten war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Und ich bin fest davon überzeugt, dass diese Öffnung nicht nur aus politischen Gründen ist, sondern eine echte Eröffnung, die die Menschen selbst gewünscht haben. Unabhängig von all den bis heute verbleibenden Problemen. Insbesondere die Beziehung zwischen Deutschland und Polen zeigt jedoch, dass nicht nur „blühende Landschaften“ (um Helmut Kohls berühmter Satz aus 1990 zu zitieren) im Herzen Europas entstanden sind. Noch wichtiger ist, dass sich viele Freundschaften zwischen Ost und West aufgebraucht haben. Man muss sich nur an die spontane Umarmung zwischen René Wilke und Mariusz Olejniczak, den Bürgermeistern von Frankfurt A. der Oder und Słubice, erinnern, als die Grenzen nach dem Aufheben der Korona -Beschränkungen im Juni wiedereröffnet wurden. Es war falsch von ihnen, die soziale Distanzregel zu ignorieren – aber es ist ein Zeugnis für die Wärme ihrer Freundschaft.

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