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Politik

Bleibende Unsicherheit: Lagebild der jüdischen Gemeinden

wochentlich.deBy wochentlich.de1 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Umfrage

Bleibende Unsicherheit: Lagebild der jüdischen Gemeinden

Aktualisiert am 01.05.2026 – 05:30 UhrLesedauer: 3 Min.

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Einige Juden zeigen ihre Kippa nicht mehr in der Öffentlichkeit. (Archivbild) (Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Eine neue Umfrage des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigt die Stimmung seit dem Hamas-Angriff auf Israel 2023. Präsident Schuster nennt die Lage in Deutschland unhaltbar.

Polizeistreifen vor der Synagoge, Anfeindungen, Hass: Auch zweieinhalb Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel erleben viele Juden in Deutschland ihre Lage als bedrückend. In einer Umfrage des Zentralrats der Juden erklärten 68 Prozent von 102 jüdischen Gemeinden, es sei für sie unsicherer als vor dem 7. Oktober 2023. Der Wert ist seit 2024 von damals 82 Prozent etwas gesunken, aber immer noch sehr hoch.

Zentralratspräsident Josef Schuster sprach von einer „neuen Normalität“. Es sei „eine Lage, in der Jüdische Gemeinden permanent geschützt werden müssen und der Antisemitismus als Teil des öffentlichen Raums eine Normalisierung erfahren hat“, sagte Schuster zu der Umfrage. Selbst wenn in Graffitis in Berlin zu Mord an Juden aufgerufen werde, folge kein Sturm der Entrüstung. „Diese Zustände sind unhaltbar“, sagte Schuster.

Statistiken weisen seit dem Hamas-Überfall auf Israel auch in Deutschland einen starken Anstieg registrierter antisemitischer Vorfälle aus. Für 2024 erfasste der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus Rias 8.627 solcher Fälle, 77 Prozent mehr als 2023. Davon wurden 5.857 Fälle als „israelbezogener Antisemitismus“ eingestuft.

Vor diesem Hintergrund erstellte der Zentralrat nun schon zum dritten Mal ein „Lagebild“ der jüdischen Gemeinden. Befragt wurden Führungspersonen. Die vorherigen Umfragen nach demselben Muster stammen von Ende 2023 und Oktober 2024. Die jüngsten Daten wurden im März 2026 erhoben.

Dabei berichtete bundesweit fast jede zweite jüdische Gemeinde – nämlich 46 der 102 – von antisemitischen Vorfällen in den vorangegangenen zwölf Monaten. Davon ging es den Angaben zufolge bei 49 Prozent um Sachbeschädigungen oder Schmierereien an Gebäuden. Daneben gab es Beleidigungen, Anfeindungen, Drohanrufe oder Protestaktionen im Umfeld der Gemeinden. Das Bild war 2024 ähnlich.

Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 hat die Lage aus Sicht von 61 Prozent der Gemeinden in Deutschland nicht verändert. 18 Prozent berichteten von einer Verbesserung, 13 Prozent von einer Verschlechterung. Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran seit Februar brachte jedoch nach Einschätzung von 62 Prozent der Gemeinden in Deutschland eine Verschlechterung ihrer Lage.

Neun von zehn Gemeinden äußerten sich zufrieden über ihre Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden in Deutschland – nur geringfügig weniger als 2023 und 2024. Trotzdem sehen 33 Prozent der Gemeinden immer noch Defizite bei ihren Sicherheitsmaßnahmen.

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