Nachgefragt
Darum hängt über dem Bett im Hotelzimmer ein Bild
Aktualisiert am 05.09.2026 – 19:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Gestaltung von Hotelzimmern folgt einem ganz bestimmten Kalkül. t-online verrät Ihnen drei der gängigsten Innendesign-Tricks.
Sie betreten ein Hotelzimmer und fühlen sich sofort wohl – oder auch nicht. Grund dafür ist das Zusammenwirken zahlreicher, auf den ersten Blick scheinbar banaler Details. Innenarchitekten und Raumausstatter nutzen diese gezielt, um bestimmte Gefühle bei den Hotelgästen auszulösen. Welche Details das sind, hat t-online für Sie herausgefunden.
Kunst über dem Bett
In den meisten Hotelzimmern hängt ein Gemälde, ein Foto oder abstrakte Kunst genau über dem Kopfteil des Bettes oder leicht versetzt daneben. Das ist kein Zufall. Sobald man einen Raum betritt, suchen die Augen nach bestimmten Punkten, an denen sie sich orientieren können. Sogenannte Blickanker. Sie befinden sich idealerweise auf Kopfhöhe. Da das Kopfteil des Bettes unterhalb der Augenhöhe liegt, wirkt ein darüber platziertes gerahmtes Bild unterstützend.
Dazu kommt, dass eine kahle Wand über dem Bett visuell Unruhe erzeugt. Das passt nicht zur ruhigen, beschützenden Atmosphäre, die ein Bett ausstrahlen soll.
Die Positionierung über dem Bett hat aber auch einen geschichtlichen beziehungsweise religiösen Hintergrund. Denn traditionell hängt in streng gläubigen, christlichen Haushalten ein Kreuz über dem Bett. Das Kreuz soll den Schlafenden unter besonderen Schutz und göttlichen Segen stellen und Trost sowie ein Gefühl von Geborgenheit spenden. Zudem erinnert das christliche Zeichen die Gläubigen an das Morgen- und Abendgebet.
Es gibt allerdings auch Hotels, die auf Kunst über dem Bett verzichten. Meist dann, wenn das Zimmer eh bereits sehr minimalistisch und kahl eingerichtet ist. Es entspricht somit dem Gesamteindruck.
Offenes Badezimmer
Bei besonders modernen Hotelzimmern ist das Badezimmer im Schlafzimmer integriert. Das heißt, dass sich der Waschbereich direkt neben dem Bett befindet – teilweise nur durch eine Glasscheibe getrennt.
Dabei handelt es sich ebenfalls um eine bewusste Designentscheidung. Sie dient dazu, ein Gefühl von Offenheit und Großzügigkeit zu schaffen, erklärt das Innenarchitekturbüro Kranz aus Regensburg. Da Trennwände fehlen, kann der Raum effizienter genutzt werden. Das Zimmer wirkt zudem optisch größer und luftiger.
Diese Entwicklung spiegelt den Wandel des Hotelzimmers wider, das zunehmend als Erlebnisraum konzipiert wird, erklären die Experten vom Berliner Hotel „Das Stue“. Es geht darum, mehrere Aktivitäten in einem Raum zu ermöglichen und den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Ähnliche Funktionen erfüllen auch freistehende Badewannen.
Fehlende Haken
In vielen Hotelzimmern wird auf Garderobenhaken oder eine entsprechende Ablage verzichtet. Das Innenarchitekturbüro Home Interior Design Center im österreichischen Mils erklärt: Auch dahinter steckt Absicht. Denn Jacken, Taschen und Rucksäcke, die direkt im schmalen Eingangsbereich hängen, strahlen Unruhe und Unordnung aus.