130 Millionen Euro im Gespräch
Betreiber von Giftmülllager insolvent – muss der Staat zahlen?
Aktualisiert am 30.07.2026 – 13:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Unter der Erde in Sachsen-Anhalt werden schwer zu entsorgende Abfälle gelagert. Der Betreiber der Grube Teutschenthal hat nun Insolvenz angemeldet.
Die „Mitteldeutsche Zeitung“ und der MDR berichten übereinstimmend von der Insolvenz des Betreibers des ehemaligen Kali- und Salzbergwerks Grube Teutschenthal. Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte dem MDR, dass der Geschäftsbetrieb trotzdem weitergehen könne und die rund 100 Mitarbeiter ihre Löhne und Gehälter bis September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit erhielten.
In der Grube Teutschenthal werden von der GTS – Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG mineralische Abfälle behandelt und gelagert. Das geschieht auch, um die Hohlräume zu befüllen, die durch die Bergbautätigkeiten im ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk entstanden sind. Ansonsten drohen Einstürze oder Erdrutsche. Die GTS ist seit 2008 eine Tochterfirma der im Allgäu ansässigen Geiger Gruppe, die sich unter anderem auf Mineralstoffbehandlung spezialisiert hat.
Altes Bergwerk in der Insolvenz: Muss der Steuerzahler zahlen?
Sollte die GTS den Geschäftsbetrieb aufgeben, müsste das Land Sachsen-Anhalt die Grubensicherung übernehmen. Nach Angaben der „Mitteldeutschen Zeitung“ würde dies das Land 130 Millionen Euro kosten.
Zuvor hatte es zwischen Land und Grubenbetreiber dem Bericht zufolge Streit um die Landesbeteiligung an diesen Kosten gegeben – die GTS habe um finanzielle Unterstützung gebeten. Dem MDR sagte das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt, dass die Verhandlungen diesbezüglich noch nicht abgeschlossen seien. Auch der Insolvenzverwalter sagte dem Portal, dass es jetzt „gute Gespräche“ mit dem Land gebe.
In den letzten Jahren hat die Wirtschaftsflaute sowie steigende Kosten für Energie und Arbeit zu zahlreichen Insolvenzen geführt. Insolvente Unternehmen gibt es in allen Branchen und Bereichen, besonders betroffen sind deutsche Zulieferer und Maschinenbauer, die auf Export angewiesen sind.
Weshalb es in diesem Fall zur Insolvenz gekommen ist, war zunächst nicht bekannt. Die Geschichte der Grube Teutschenthal reicht über hundert Jahre zurück: Im Jahr 1905 wurde das erste Kaliwerk gegründet. Ab 1965 wurde dort auch Speise- und Industriesalz gewonnen. Die Bergwerkstätigkeiten wurden aus wirtschaftlichen Gründen in den 1980er-Jahren eingestellt, seitdem muss die Grube gesichert werden.
