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Panorama

Bestseller-Autor über Johannes Kunckel, Glas und Gold

wochentlich.deBy wochentlich.de5 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Bestseller-Autor über Johannes Kunckel, Glas und Gold
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Jetzt neu bei t-online:

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Gold wollte Johannes Kunckel erschaffen, doch er fand einen anderen Schatz: prachtvollstes Glas. Florian Illies erzählt die Geschichte eines findigen Tüftlers, den Intrigen und Eifersucht heimsuchten.

Das Element Gold fasziniert die Menschen seit jeher, mit aller Macht wollten sie es selbst herstellen. Auch ein Alchemist namens Johannes Kunckel scheiterte einst vor den Toren Berlins daran, doch Kunckel erschuf etwas anderes von Wert und Eleganz: edles Glas, schimmernd in Rot. Doch Kunckels Geschichte endete dramatisch, im Inferno. Bestsellerautor Florian Illies erzählt die tragische Geschichte nun in seinem neuen Buch.

Wie bedeutend war der Schatz, den Johannes Kunckel schuf? Warum waren seine Stellung und sein Reichtum von einem einzigen Mann abhängig? Und wer brachte Johannes Kunckel zu Fall? Diese Fragen beantwortet Florian Illies im Gespräch.

t-online: Herr Illies, Brandenburgs Kurfürst Friedrich Wilhelm begehrte einst Gold, sein Alchemist Johannes Kunckel konnte ihm nur ein anderes kostbares Geschenk machen: Goldrubinglas. Davon handelt Ihr neues Buch „Träume aus Feuer“. Warum haben Sie diese Geschichte als Stoff ausgewählt?

Florian Illies: Es ist eine wundersame Geschichte, die sich Ende des 17. Jahrhunderts in Brandenburg zutrug. Ihre beiden Protagonisten, Friedrich Wilhelm, der als Großer Kurfürst bekannt war, dann Johannes Kunckel, sein Alchemist, träumten ihre jeweils eigenen Träume aus Feuer. Wobei eigentlich der Kurfürst der Träumer war. Denn er hatte den Traum niemals aufgegeben, Gold aus niederen Metallen zu erschaffen.

Johannes Kunckel war im Wortsinn aufgeklärter?

Das ist der Witz an der Geschichte. Kunckel wusste, dass er nicht zaubern konnte, er wusste, dass niemand Gold aus Blei oder Silber machen kann. Ausgerechnet der Herrscher, der Kurfürst, war der Träumer, nicht der Alchemist. Kunckel war im Jahr 1685, inmitten des Barocks, an dieser Wegscheide zwischen Magie und Chemie bereits in der Aufklärung angekommen. Als Wissenschaftler versuchte er, das Bestmögliche aus den Elementen herauszuholen. Sein Fürst und Mäzen hing dem Traum des schnellen Goldes nach.

Zur Person

Florian Illies, geboren 1971, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autoren von Sachbüchern. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Neuerer Geschichte war Illies unter anderem Redakteur der „FAZ“ und Chef des Feuilletons der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Gegenwärtig ist Illies Mitherausgeber der „Zeit“. Zu Illies‘ bekanntesten Büchern gehören „Generation Golf“ (2000) und „Wenn die Sonne untergeht. Familie Mann in Sanary“ (2025). Gerade erschien sein neues Buch „Träume aus Feuer. Der Alchemist von der Pfaueninsel“ im Verlag Pfaueninsel.

Nun entfaltete Kunckel auf wissenschaftlicher Basis durchaus eine gewisse Magie. Das von ihm erschaffene Rubinglas löste Aufsehen aus und generierte Einnahmen.

Was Kunckel da im Feuer seiner Glashütte schuf, strahlte in der Tat eine gewisse Magie aus. Es brauchte die richtige Rezeptur, es brauchte die richtige Temperatur, um diese Kunstwerke aus Glas in ihrem Rot herzustellen. Das war große Kunst, ein kleines Wunder. Sein Traum bestand darin, in Brandenburg eine Glashütte aufzubauen, deren Erzeugnisse es mit der Glasindustrie der legendären Insel Murano in der Lagune von Venedig aufnehmen konnte.

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