Stiller Reflux

Diät hilft womöglich ebenso gut wie Medikamente


06.07.2026 – 16:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine hustende Frau (Symbolbild): Stiller Reflux führt eher zu Beschwerden oberhalb der Speiseröhre, wie Husten oder Räuspern, und weniger zu Sodbrennen. (Quelle: Charday Penn/getty-images-bilder)

Wenn der stille Rückfluss von Magensäure Beschwerden bereitet, kommen häufig Medikamente zum Einsatz. Eine Studie stellt deren Notwendigkeit nun infrage.

Wer bei stillem Reflux eine strenge Anti-Reflux-Diät einhält und Stress abbaut, könnte auf eine medikamentöse Behandlung der Beschwerden verzichten. Das legt zumindest eine in der renommierten Fachzeitschrift „JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery“ veröffentlichte Studie nahe.

Schon gewusst?

Der Fachbegriff für stillen Reflux lautet laryngopharyngealer Reflux. Denn während saurer Magensaft beim „klassischen“ gastroösophagealen Reflux in die Speiseröhre (Ösophagus) fließt, gelangt er beim stillen Reflux in kleinen Mengen unbemerkt bis zum Rachen (Pharynx), wo er den Kehlkopf (Larynx), die Stimmbänder und die oberen Atemwege reizt. Das kann vielfältige Beschwerden außerhalb der Speiseröhre verursachen, darunter chronischen Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen.

Anders als beim gastroösophagealen Reflux besteht bei der stillen Variante (noch) Uneinigkeit darüber, welche Behandlung am besten hilft. Denn bislang gibt es keine Studien, in denen die verschiedenen infrage kommenden Behandlungsmethoden verglichen wurden. Die neue Studie ging daher der Frage nach, welche von vier Vorgehensweisen am wirksamsten ist.

Vier Strategien im Vergleich

Dazu wurden Daten von 145 Erwachsenen mit einem mittleren Alter von 53 Jahren analysiert, bei denen nachweislich eine laryngopharyngeale Refluxkrankheit bestand. Alle teilnehmenden Personen hatten sich zwischen 2018 und 2024 an zwei Kliniken in Belgien und Frankreich einer der folgenden Behandlungen unterzogen:

  • strenge Anti-Reflux-Diät, kombiniert mit Maßnahmen zum Stressabbau, wie Yoga, Sport und Meditation (48 Personen)
  • Einnahme von Alginatpräparaten, kombiniert mit moderater Diät (38 Personen)
  • Therapie mit Protonenpumpenhemmern, kombiniert mit moderater Diät (32 Personen)
  • Einnahme von Antazida zur Neutralisierung der Magensäure, kombiniert mit moderater Diät (27 Personen)

Die strenge Anti-Reflux-Diät bestand aus einer fettarmen, eiweißreichen Kost mit möglichst wenig Zucker und anderen schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Die vier Behandlungsgruppen waren hinsichtlich des Alters, des Geschlechterverhältnisses sowie der Refluxsymptome und der messbaren Untersuchungsbefunde vor Behandlungsbeginn vergleichbar.

Strenge Diät hilft den meisten

Die Auswertung der Daten ergab: Alle vier Behandlungsstrategien führen nach dreimonatiger Dauer zu einer deutlichen Besserung. Das gilt sowohl für die von den Betroffenen angegebenen Symptome als auch für die Befunde.

Allerdings war der Anteil der Personen, bei denen die Behandlung die gewünschte Wirkung erzielte, in den Gruppen unterschiedlich hoch: Die Anti-Reflux-Diät erwies sich mit einer Ansprechrate von 81,2 Prozent am erfolgreichsten, gefolgt von den Antazida (74,1 %), den Alginatpräparaten (57,9 %) und den Protonenpumpenhemmern (56,3 %).

Zudem waren die Refluxsymptome nach dreimonatiger strenger Anti-Reflux-Diät geringer als nach der Behandlung mit einer moderaten Diät und Antazida. Die objektiven Befunde zeigten hingegen keine deutlichen Unterschiede zwischen den vier Behandlungsansätzen.

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