Trickbetrug in Berlin
Polizei klingelt bei Senioren – wegen einer wachsenden Gefahr
13.08.2026 – 18:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Betrüger geben sich als Polizisten aus und ergaunern so Geld von älteren Menschen. In Berlin steigen solche Fälle, und die echte Polizei reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.
In Berlin hat die Polizei damit begonnen, ältere Menschen in ihren Wohnungen aufzusuchen, um sie vor Trickbetrug zu warnen. Anlass ist ein deutlicher Anstieg solcher Betrugsfälle. Bis Mitte August 2026 registrierte das Landeskriminalamt bereits 1.682 Strafanzeigen – im gesamten Jahr 2025 waren es 2.237.
Einer der Besuchten war Dieter Elsner. Er berichtete den Beamten von einem Anruf, bei dem sich jemand als Polizist ausgegeben und eine hohe Geldsumme gefordert habe. Polizeisprecher Michael Gassen erklärte, dass Täter genau so vorgingen: Sie riefen an oder tauchten unangemeldet auf, täuschten ihre Identität vor und setzten ihre Opfer unter Zeitdruck. Vor allem Menschen über 80 Jahre seien laut Polizeistatistiken im Visier der Täter.
Einsatz nicht ganz widerspruchsfrei
Gassen räumte ein, dass der Präventionseinsatz einen Widerspruch in sich trage. Polizist Dag Buchmann formulierte es so: „Es ist natürlich widersprüchlich, dass wir davon abraten, Fremde ins Haus zu lassen – aber selbst dafür ins Wohnzimmer kommen.“ Senioren seien auf diesem Weg aber oft am besten erreichbar. Um die Aktion anzukündigen, hatte die Polizei vorab Plakate in den betroffenen Wohngegenden aufgehängt.
Gassen zeigte sich mit der Entwicklung unzufrieden: „Wir sind nicht zufrieden mit den Zahlen.“ Als Reaktion kündigte er mehr zivile Kontrollen in Wohngebieten an. Außerdem wollen die Beamten Angehörige und Nachbarn dafür sensibilisieren, auf ältere Menschen in ihrer Umgebung zu achten. Die Polizei empfiehlt, Fremden die Tür nicht zu öffnen und stattdessen eine Vertrauensperson oder die Polizei zu kontaktieren. Die Fälle hängen laut Polizei häufig mit organisierter Kriminalität zusammen.