Berliner Linke-Chefin

Verein vom Verfassungsschutz beobachtet: Eralp war jahrelang Mitglied

Aktualisiert am 29.09.2026 – 18:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Berlins Linke-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp (Archivfoto): Die Politikerin will Regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt werden. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Die Linke gewann die Wahl zum Abgeordnetenhaus – ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden. Nun wird ihre Vergangenheit in einem Verein bekannt.

Elif Eralp, Fraktionsvorsitzende der Berliner Linken und Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl, war mehrere Jahre Mitglied der Roten Hilfe. Das hat der Landesverband der Partei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigt – nachdem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zuvor darüber berichtet hatte. Der Berliner Landesverfassungsschutz führt die Rote Hilfe als mit Abstand größte linksextremistische Organisation der Stadt.

Laut Linke-Landesgeschäftsführer Bjoern Tielebein trat Eralp dem Verein während ihres Jurastudiums in Hamburg bei. Als Begründung nannte er: „Weil sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen.“ Tielebein betonte, Eralp sei „über Jahre passives Mitglied“ gewesen und „wegen teilweise anderer politischer Ansichten im letzten Jahr noch vor der Spitzenkandidatur ausgetreten“. Ihre Mitgliedschaft sei auf ihrer Homepage und der des Abgeordnetenhauses stets transparent gewesen.

Das steht im Verfassungsschutzbericht

Die Rote Hilfe versteht sich laut ihrer Satzung als „linke Schutz- und Solidaritätsorganisation“ für alle, die aufgrund ihrer politischen Betätigung verfolgt würden. Im Verfassungsschutzbericht 2025 heißt es dazu: „Sie unterstützt von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat.“ Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Ziele, so der Bericht. Die Gegnerschaft der Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch den Verfassungsschutz.

Eralp hatte nach dem Wahlsieg der Linken am 20. September erklärt, Regierende Bürgermeisterin werden zu wollen. Die Partei war bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden.

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