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You are at:Home»Finanzen»Bericht: Marsalek arbeitet wohl für russischen Geheimdienst
Finanzen

Bericht: Marsalek arbeitet wohl für russischen Geheimdienst

wochentlich.deBy wochentlich.de1 März 2024Keine Kommentare2 Mins Read
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Bericht: Marsalek arbeitet wohl für russischen Geheimdienst
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Jan Marsalek ist seit 2020 auf der Flucht. Nun kommen neue Recherchen zu dem Schluss, dass der ehemalige Wirecard-Manager in Russland lebt.

Der flüchtige Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek arbeitet offenbar seit Jahren für russische Geheimdienste. Das geht aus gemeinsamen Recherchen von „Spiegel“, ZDF, dem österreichischen „Standard“ und der russischen Investigativplattform „The Insider“ hervor.

Demnach lernte Marsalek im Sommer 2014 Stanislaw Petlinski kennen, einen ehemaligen Mitarbeiter der Moskauer Präsidialverwaltung mit besten Kontakten in den russischen Sicherheitsapparat. Petlinski sagte den Recherchen zufolge später in kleiner Runde, er habe Marsalek anschließend dem russischen Militärgeheimdienst GRU übergeben. Dem „Spiegel“ bestätigte Petlinski, er habe Marsalek „hohen Entscheidungsträgern“ in Russland vorgestellt, unter anderem in der Duma. Die Frage, ob er ihn auch Agenten vorgestellt habe, beantwortete er nicht.

Zu den Personen, die Petlinski Marsalek vorstellte, gehört den Recherchen zufolge Anatolij Karasi. Er diente als GRU-Offizier in Tschetschenien und hatte zwischenzeitlich eine hochrangige Funktion in der berüchtigten Söldnertruppe Wagner inne. Petlinski bestätigte, 2017 mit Marsalek und Karasi nach Syrien gereist zu sein. Darüber hinaus investierte Marsalek in die russische Söldnerfirma RSB, die später in Libyen im Gebiet des Moskau-freundlichen Generals Chalifa Haftar eingesetzt wurde.

Russland soll Marsalek mit falschen Identitäten geholfen haben

Auch die Nachrichtendienste mehrerer westlicher Staaten gehen davon aus, dass Petlinski seit Jahren im Dienst russischer Geheimdienste steht. Seit Marsaleks Flucht im Jahr 2020 haben russische Behörden wohl dem Ex-Manager dabei geholfen, falsche Identitäten anzunehmen, um so unerkannt in Russland zu leben und zu reisen.

In österreichischen Ermittlungsakten heißt es zudem, Marsalek sei Teil einer „nachrichtendienstlichen Zelle, derer Kapazitäten und Fähigkeiten sich russische Nachrichtendienste bedient“ hätten. Auch britische Sicherheitsbehörden werfen dem früheren Manager vor, als Spion Moskaus zu arbeiten. So soll er in London einen Agentenring gesteuert und finanziert haben. Marsaleks Anwalt ließ einen umfangreichen Fragenkatalog des „Spiegel“ unbeantwortet.

Wirecard brach im Sommer 2020 zusammen. Marsalek ist seither untergetaucht. Vor Gericht stehen in München seit Dezember 2022 der frühere Vorstandschef Markus Braun, der früher in Dubai für Wirecard tätige Manager Oliver Bellenhaus und der ehemalige Chefbuchhalter. Hauptvorwurf ist gewerbsmäßiger Bandenbetrug. Sie sollen gemeinsam mit Marsalek und weiteren Komplizen Scheingeschäfte in Milliardenhöhe erfunden haben. Braun bestreitet sämtliche Vorwürfe.

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