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Panorama

Bergretter: „Einen Berg ohne tödlichen Abgrund gibt es nicht“

wochentlich.deBy wochentlich.de22 August 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Bergretter: „Einen Berg ohne tödlichen Abgrund gibt es nicht“
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Welche Einsätze sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Es gibt nichts, was man in der Bergrettung nicht erlebt. Einer unserer spektakulärsten Einsätze war sicherlich die Rettungsaktion in der Riesending-Höhle im Juni 2014. Ein Höhlenforscher ist damals 1.000 Meter in der Tiefe von einem Steinschlag getroffen worden. Wir wussten zu Beginn nicht: Wird es eine Rettung oder nur noch eine Totenbergung? Das Ganze hat eine nicht vorhergesehene Dynamik entwickelt, ist am Ende aber sehr gut ausgegangen. Auch dramatisch: Im letzten Oktober hatten wir eine Seilbahn, die stehen geblieben ist. Da mussten wir mehrere Menschen gut 180 Meter aus der Gondel abseilen, dann im unguten Gelände mit Seilsicherungen an den Wandfuß führen, wo sie dann am Windenseil in einen Hubschrauber gezogen und ins sichere Tal gebracht werden konnten. Wir Retter sind dann mit enorm viel Ausrüstung im letzten Büchsenlicht auch noch abgeflogen worden. Daran erinnert man sich natürlich.

Oft gehen Einsätze aber nicht so glimpflich aus. Sie sagten es schon, 50 bis 80 Todesfälle gibt es jedes Jahr in den Bayerischen Alpen.

Solche Einsätze sind immer dramatisch. Ich hatte einmal einen Einsatz, da hatten wir einen Bergsteiger in der Wand, dessen Begleiter noch einen Notruf absetzen konnte. Aber als wir bei ihm ankamen, war der Abgestürzte schon nicht mehr am Leben. Der Rettungshubschrauber, mit dem ich mit dem Notarzt in die Wand flog, darf aber keine Totenbergung durchführen, da muss ein Polizeihubschrauber kommen. Deshalb habe ich mich neben den Toten gesetzt und gewartet. Stundenlang habe ich da gesessen. Das Wetter verschlechterte sich rapide, es schüttete und Sturm kam auf, die Polizei-Hubschrauberbergung hat man abgebrochen und auf den nächsten Tag verschoben. Ich rettete mich ins Tal über die andere Bergseite, bin auf einer Almhütte aufgeschlagen – dort war eine Riesengaudi und gute Laune. Das sind einfach skurrile Szenen.

Wie fühlt es sich an, helfen zu wollen, aber nicht mehr helfen zu können?

Man hofft immer, dass man noch helfen kann. Aber wenn man als Retter das Meldebild bekommt, dass jemand 100 oder 200 Meter in die Tiefe gestürzt ist, dann weiß man in der Regel, was einen erwartet. Man fliegt dann hin, man hofft, aber es sind meistens unschöne Bilder, die einen erwarten. Jemand, der zu Hause eines natürlichen Todes stirbt, sieht anders aus, als jemand, der 200 Meter über scharfkantiges Gestein abgestürzt ist.

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