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Unterhaltung

Bergdoktor“-Star Andrea Gerhard: „Habe selten irgendwo reingepasst

wochentlich.deBy wochentlich.de28 Dezember 2023Keine Kommentare4 Mins Read
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Bergdoktor“-Star Andrea Gerhard: „Habe selten irgendwo reingepasst
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Sie ist buchstäblich eine Größe des deutschen Films: Andrea Gerhard. Warum das nicht nur Vorteile bringt und wie ihr der „Bergdoktor“ half, erzählt sie im Interview.

Eigentlich hat sie sich immer für ihre Größe geschämt, heute geht sie selbstbewusst damit um – auch dank ihres Erfolgs im Schauspielgeschäft. Andrea Gerhard sticht aber nicht nur optisch durch ihre 1,85 Meter ins Auge, sie besticht auch durch ihre unverstellte, direkte Art. Im Interview mit t-online geht die Schauspielerin keiner Frage aus dem Weg, gibt Auskunft über Finanzielles oder gewährt Einblicke in ihr Seelenleben.

t-online: Der Job beim „Bergdoktor“ war ein Karrieresprung für Sie oder wäre das untertrieben?

Andrea Gerhard: Für mich ist das ein schauspielerischer Jackpot. „Der Bergdoktor“ ist eine der bekanntesten, erfolgreichsten Serien, die man in Deutschland hat.

Klingt so, als sei es auch finanziell sehr lukrativ.

Wir befinden uns im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Auch beim ZDF gibt es ganz klare Gagenstrukturen und Regeln. Gehälter werden alle drei Jahre um fünf Prozent erhöht. Da ist nicht viel zu holen, aber das ist normal und für mich völlig okay. Ich bin Schauspielerin geworden, weil ich eine Freiheit haben wollte, mich künstlerisch auszudrücken und nicht, um reich zu werden.

Machen Sie sich nach jeder Staffel Gedanken, ob Sie wiederkommen dürfen?

Klar! Man hat Verträge über eine Staffel und natürlich liegt es an beiden Partnern des Vertrags, zu überlegen, ob man sich das noch weiter vorstellen kann oder nicht. Für mich war immer klar, dass ich weitermachen möchte.

Also gibt es immer eine Ungewissheit.

Ja, für mich schon. Ich denke, das ist bei Hans Sigl etwas anderes. Aber in meinem Fall ist das so. Das gehört zum Geschäft dazu.

Birgt das mehr Risiken oder mehr Chancen?

Schwer zu sagen. Ich lebe für diesen Beruf und habe ihn gewählt, weil ich vielseitig bleiben möchte. Mit meiner Rolle im „Bergdoktor“ haben sich Möglichkeiten reduziert, aber auch eröffnet – und das merke ich auch.

Sie bekommen mehr Angebote für Rollen in Film und Fernsehen?

Ja, ich habe schon gemerkt, dass ich vor allem sehr viel für Romantic-Comedy-Sachen angefragt werde. Die Aufmerksamkeit ist definitiv größer geworden und auch eine andere Sache spielt dabei eine Rolle.

Ich bin 1,85 Meter groß und das hört sich komisch an, aber das ist tatsächlich ein Riesenthema. Körpergröße war bei Film und Fernsehen schon immer ein großer Aspekt. Ich habe selten irgendwo reingepasst und die ganze Entwicklung von mehr Diversität auf den Bildschirmen hilft mir auch, weil dann auch mal die Frau größer sein darf als der Mann.

Sie wurden früher wegen Ihrer Körpergröße von Rollen ausgeschlossen?

Klar, ich arbeite seit zwanzig Jahren in dem Bereich und musste das oft erleben. Da bin ich teilweise zu Castings gegangen fürs Fernsehen und dann ist mein Spielpartner aufgestanden und der ging mir nur bis zum Kinn. Da wusste ich sofort, dass ich gleich wieder nach Hause fahren kann, weil das keiner sehen will oder keiner gewohnt war, zu sehen.



Na klar, das ist eine Form von Diskriminierung.


Andrea Gerhard


Seit wann ist das nicht mehr so?

Das ist ein schleichender Prozess, der schon seit einigen Jahren andauert. Ich nehme immer mehr wahr, dass da Veränderung drin ist und meine Hoffnung ist, dass ich deshalb mehr Angebote bekomme.

Würden Sie sagen, dass Sie diskriminiert wurden aufgrund Ihrer Körpergröße?

Na klar, es ist immer eine Form von Diskriminierung, wenn man auf Äußerlichkeiten, Herkunft oder Sexualität reduziert wird.

Erleben Sie das nicht nur im beruflichen Umfeld, sondern auch privat? Schließlich ist Ihr Freund zehn Zentimeter kleiner als Sie.

Wir sind jetzt sechs Jahre ein Paar und am Anfang unserer Beziehung war da schon so, dass uns Blicke extrem aufgefallen sind und wir teilweise das Gefühl hatten, wir seien im Zoo. Also entweder hat das aufgehört oder wir nehmen das nicht mehr wahr – das wissen wir nicht so genau.

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