Belgien räumt auf
Zahlreiche Unterkünfte im beliebten Urlaubsziel sind illegal
13.12.2025 – 13:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Touristen in Belgien müssen sich auf weniger Auswahl einstellen. Wegen verschärfter Regeln droht fast der Hälfte aller Airbnb-Unterkünfte das Aus.
Für Touristen, die nach Belgien reisen wollen, wird es nun eng. Denn die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten wird drastisch sinken. Grund dafür ist ein Dekret. Demnach dürfen künftig nur noch Unterkünfte angeboten werden, die die darin festgelegten Betriebsbedingungen erfüllen. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zum Brandschutz, zur Hygiene sowie eine bestimmte Mindestqualität. Zudem müssen die Unterkünfte über eine Registrierungsnummer verfügen.
Bei rund 40 Prozent der über die Buchungsplattform Airbnb angebotenen Unterkünfte war das in diesem Jahr nicht der Fall. Das ergab eine jährliche Kontrolle von „Toerisme Vlaanderen“, einer Agentur der flämischen Regierung, die für den Tourismus in der Region zuständig ist.
Die Registrierungsnummer ist wichtig, weil sich mithilfe dieser nachvollziehen lässt, wer Unterkünfte in Flandern bewirbt und gegen Bezahlung an Touristen vermietet. So können illegale Unterkünfte identifiziert und verhindert werden, dass Betreiber die Vorgaben des Dekrets missachten.
Darüber hinaus soll die Verschärfung dazu beitragen, dass sogenannte „Single-Wohnungen“ nicht mehr ausschließlich an Touristen vermietet werden und wieder der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Maßnahme soll somit den Wohnungsmarkt entlasten.
Künftig sollen die Behörden außerdem die Möglichkeit haben, Unterkünfte schneller zu schließen, wenn sie nicht registriert sind oder die vorgeschriebenen Standards nicht erfüllen.
Airbnb steht seit Langem in der Kritik, insbesondere in touristisch beliebten Städten den Wohnraummangel zu verschärfen – auch in Deutschland. So gilt etwa in Bayern ein Zweckentfremdungsverbot, das es untersagt, Wohnungen ohne Genehmigung als Ferienunterkünfte oder gewerbliche Räume zu nutzen.
