Fußball-WM
Drama um Senegal: Belgien schafft Comeback und ist weiter
02.07.2026 – 00:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Gegen Belgien sah Senegal lange wie der sichere Sieger aus. Doch in der Schlussphase kamen die Belgier zurück – und gewannen am Ende einen Krimi in der Verlängerung.
Belgiens goldene Fußball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit großer Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen.
Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66.925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich.
- „Sind gescheitert – mal wieder“: DFB-Kapitän Kimmich meldet sich nach WM-Aus
- Sensation abgewendet: Doppelpacker Kane rettet England ins WM-Achtelfinale
In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene.
Am kommenden Montag (Ortszeit) wartet – erneut in Seattle – das Achtelfinale auf das Team von Belgiens Trainer Rudi Garcia.
Senegal sah bis zur 85. Minute aus wie der sichere Sieger und wurde dann durch das Anschlusstor von Lukaku verunsichert. Bei den Belgiern hatten sich Leandro Trossard und der spätere Torschütze Tielemans während der zweiten Halbzeit bereits angeschrien, ehe doch noch die unerwartete Wende in einem verrückten Fußball-Spiel gelang.
Für Senegal ist es knapp ein halbes Jahr nach dem denkwürdigen Afrika-Cup-Finale, das die Nation gegen Marokko auf dem Rasen gewann und erst später am grünen Tisch verlor, der nächste heftige Rückschlag.
So lief das Spiel
20 Grad und bewölkter Himmel sorgten in Seattle für bestes Fußballwetter – das aber von Anfang an nur eine Nation nutzte. Senegal um den ehemaligen Bayern-Star Sadio Mané gab direkt den Ton an und drückte den Favoriten in die eigene Hälfte.
Kurios wurde es nach einer Viertelstunde, als Senegals WM-Rekordtorschütze Sarr gleich zwei Chancen zur Führung hatte. Zunächst traf der Profi von Crystal Palace den Pfosten und stolperte dabei auf dem Rasen. Dann versuchte Sarr im Liegen, den Ball über die Linie zu drücken, traf aber nur das Außennetz.
Belgiens Spielvortrag erinnerte in Halbzeit eins ein wenig an die deutsche Mannschaft, die vor zwei Tagen im Elfmeterschießen an Außenseiter Paraguay gescheitert war. Das Team von Trainer Rudi Garcia wirkte ideenlos und ohne das nötige Tempo. Besonders Spielmacher Kevin De Bruyne leistete sich immer wieder einfachste Fehler bei Zuspielen.
