Nach monatelanger Stille
Nächster Verband stellt sich gegen Infantino – mit einem Ass im Ärmel
07.09.2026 – 20:04 UhrLesedauer: 2 Min.
In Europa genießt der Fifa-Präsident kein Vertrauen mehr. Dahinter steckt ein ungelöster Eklat – und eine Forderung, die Infantino besonders unangenehm werden könnte.
Der belgische Fußballverband RBFA hat Fifa-Präsident Gianni Infantino die Unterstützung bei der Wiederwahl im März 2027 entzogen, das teilte der Verband am Montag mit. RBFA-Präsidentin Pascale Van Damme sitzt im Fifa-Council und will den „Fall Balogun“ auf die Agenda der Council-Sitzung am 15. Oktober zu setzen.
Bei WM-Endrunde wurde eine Rote Karte an US-Stürmer Folarin Balogun vor dem K.o.-Spiel gegen Belgien zurückgenommen. Van Damme erklärte. „Zwei Monate nach den Vorfällen stellen wir fest, dass unsere Fragen bis heute unbeantwortet geblieben sind. Infolgedessen habe ich die Fifa gebeten, den ‚Fall Balogun‘ auf die Agenda der nächsten Sitzung setzen zu lassen.“
- „Es wird viel zu sagen geben“: Fifa-Präsident Infantino tritt 2027 zur Wiederwahl an
- Verbandswechsel wohl fix: DFB spannt WM-Teilnehmer Top-Talent aus
Im Kern geht es um die mögliche Einmischung von US-Präsident Donald Trump bei der Aufhebung von Baloguns Sperre. Ein bestätigtes Telefonat zwischen Trump und Infantino soll die Ethikkommission untersuchen. Schon Ende Juli hatte Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness eine formelle Beschwerde gegen die Fifa in diesem Fall angekündigt.
Belgien beklagt „Mangel an Transparenz“ von Infantino
Dem belgischen Schritt kommt besonderes Gewicht zu, weil Van Damme als Council-Mitglied direkt Einfluss auf die Tagesordnung nehmen kann. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf sitzt für die Uefa im Fifa-Council.
Die Belgier beklagen „den Mangel an Transparenz“ sowie Defizite in der „Governance“ an der Fifa-Spitze. Infantino plant im März 2027 dennoch zur Wahl anzutreten. Das ließ der 56-jährige Schweizer am Sonntag durch einen Fifa-Sprecher verkünden.
Die Uefa fordert seinen Rückzug und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist seine Rolle beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Fifa-Turnieren an private Investoren – teils aus dem Umfeld Trumps – zu verkaufen. Gelingt es der Uefa nicht, Infantino zum Aufgeben zu bewegen, will sie einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Als möglicher Herausforderer gilt der Kanadier Victor Montagliani. Er ist Chef der Verbände aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik.
