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Gesundheit

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen Nieren checken – Neue Leitlinie

wochentlich.deBy wochentlich.de1 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Laut neuer Leitlinie

Warum Herzerkrankte ihre Nieren checken lassen sollten


01.09.2026 – 17:23 UhrLesedauer: 2 Min.

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Blutdruckmessung (Symbolbild): Eine chronische Nierenerkrankung kann etwa als Langzeitfolge von Bluthochdruck entstehen. (Quelle: Miljan Živković/getty-images-bilder)

Herz- und Nierenerkrankungen sind eng miteinander verbunden. Diese Tatsache berücksichtigen auch aktuelle medizinische Handlungsempfehlungen.

Jeder Mensch, der eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, sollte routinemäßig auf chronische Nierenerkrankungen untersucht werden: So lautet eine Empfehlung in der neuen Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC), die diese gemeinsam mit einer Fachgesellschaft für Nierenheilkunde (der European Renal Association, ERA) entwickelt hat. Der Grund: Nierenerkrankungen können Herzprobleme verschlimmern – und umgekehrt. Frühzeitige Tests und gezielte Behandlungen könnten das Risiko für schwerwiegende Komplikationen jedoch deutlich senken.

Nierenerkrankungen oft lange unbemerkt

In Europa leben laut Schätzungen rund 100 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung. Um deren Fortschreiten zu verlangsamen und Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, sie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bis zur Diagnose vergeht aber oft viel Zeit, da die Betroffenen sogar bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion zunächst keine Beschwerden verspüren.

Gerade bei einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Nieren beeinträchtigt sind. Denn Herzprobleme wie eine Herzschwäche können die Nieren belasten und deren Funktion verschlechtern. Gleichzeitig erhöht eine eingeschränkte Nierenfunktion das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse erheblich. Herz- und Nierenprobleme können sich somit gegenseitig verstärken.

Zwei einfache Tests zur Früherkennung

Deshalb zielt die neue ESC-Leitlinie darauf ab, die Früherkennung chronischer Nierenerkrankungen zu verbessern. Im ersten Schritt sollen dazu alle Menschen mit einer neu diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankung auf entsprechende Hinweise untersucht werden. Das betrifft unter anderem Personen mit Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Schlaganfall.

Für dieses Screening sind zwei einfache Tests vorgesehen: eine Blutuntersuchung, um die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) zu bestimmen, und eine Urinuntersuchung, um das Verhältnis von Albumin (einem Eiweiß) zu Kreatinin im Urin (uACR) zu messen. Beide Werte können bei eingeschränkter Filterfunktion oder Schädigung der Nieren verändert sein und auf ein erhöhtes Risiko für Nierenversagen sowie eine Reihe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen.

Außerdem empfiehlt die Leitlinie, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen regelmäßig auf Nierenprobleme zu untersuchen – besonders dann, wenn sich ihr Gesundheitszustand verändert. Genaue zeitliche Vorgaben gibt es dazu nicht – die Häufigkeit der Kontrollen sollte sich nach dem individuellen Risiko der Betroffenen und dem Fortschreiten ihrer Erkrankung richten. Bei geringerem Risiko kann etwa ein Abstand von zwei bis drei Jahren ausreichen.

Nierenchecks für eine bessere Behandlung

Eine chronische Nierenerkrankung früh zu erkennen, hat gleich mehrere Vorteile: So kann es bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig sein, manche Medikamente anders zu dosieren oder ganz darauf zu verzichten, weil der Körper sie schlechter ausscheiden kann. Ohne diese Anpassung können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten.

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