Treffen im Kanzleramt

Bei diesen Reformthemen gab es Einigkeit


Aktualisiert am 10.06.2026 – 23:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Regierungsberatungen zu geplante Reformen

Schwarz-Rot mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern im Kanzleramt: Konstruktiv und konzentriert seien die Gespräche gewesen, teilte die Bundesregierung mit. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Schaffen die das? Die Bundesregierung gibt sich nach einem Reformtreffen mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern optimistisch.

Das Treffen der schwarz-roten Koalition mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern am Mittwochabend war aus Sicht der Bundesregierung offenkundig ein Erfolg. Die Gespräche seien in „konstruktiver und konzentrierter Atmosphäre“ verlaufen, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius anschließend mit. Er kündigte zugleich an, dass weitere Gespräche vereinbart worden seien. Das war vorher nicht klar gewesen, auch weil in Teilen der Union Skepsis herrschte, wie ertragreich das Ganze ist.

Union und SPD wollen bis zur Sommerpause weitere grundlegende Reformen des Arbeitsmarkts, der Sozialversicherungen inklusive der Rente, des Steuersystems und bei der Bürokratie beschließen. Arbeitgeber und Gewerkschaften, aber auch die Koalitionspartner vertreten in der Debatte zum Teil sehr unterschiedliche Positionen. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Trotzdem soll es den Worten des Regierungssprechers zufolge am Abend einige Übereinstimmungen gegeben haben, und zwar nicht nur bei der Grunddiagnose, dass der „Wirtschaftsstandort Deutschland vor großen Herausforderungen“ stehe.

Das Ziel der Reformen, dass es „mehr Wachstum und neue Wertschöpfung“ brauche, wurde demnach genauso von allen Seiten anerkannt wie die Diagnose, „dass die Sozialsysteme reformiert und die Bürokratielast verringert werden müssen“. Diese Übereinstimmung bei der Richtung der Reformen galt in der Koalition zuvor als Mindestziel des Treffens.

Alle seien sich zudem einig gewesen, hieß es nach dem mehr als dreistündigen Gespräch, dass „weitere Schritte zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zügig und entschlossen angegangen werden müssen“. Konkret herrschte demnach Einigkeit darüber, dass die Energiekosten gesenkt und Arbeitnehmer steuerlich entlastet werden müssten.

Die IG-Metall-Chefin Christiane Brenner sagte der Deutschen Presse-Agentur nach dem Treffen: „Sie sehen mich gut gelaunt.“

Alle mal recht freundlich: Die Spitzen von Schwarz-Rot mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern beim Fototermin. (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Merz wirbt für Optimismus

Die Bundesregierung hatte versucht, die Erwartungen vor dem Treffen zu dämpfen. Aus Regierungskreisen hieß es am Dienstag, dass es wichtig und gut wäre, wenn es ein Signal für einen „grundsätzlichen Konsens zum Reformbedarf“ gäbe. Allerdings hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuvor auch mehrfach gesagt, dass er Gewerkschaften und Arbeitgeber gebeten habe, gemeinsame Vorschläge aufzuschreiben, die sie der Politik mit auf den Weg geben wollten. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte, es solle nicht nur „ein Kaffeekranz“ werden.

Der Bundeskanzler hatte zuletzt versucht, vor den entscheidenden Wochen der schwarz-roten Reformagenda vor der Sommerpause Optimismus zu verbreiten. „Wir schaffen das“, sagte Merz etwa am Wochenende auf dem Parteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern. „Wir können das schaffen, wenn wir alle zusammenstehen und wenn wir wieder ein bisschen mehr an uns selbst auch glauben.“ Die Koalition habe die Kraft und die notwendige Geschlossenheit dazu. Es lägen „nicht die besten Jahre hinter uns, es liegen gute Jahre vor uns“.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version