Beim Sieg war nicht alles gut
Deutschland muss einiges aufarbeiten
21.06.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Gegen die Elfenbeinküste hat Deutschland den zweiten Sieg eingefahren. Das lag vor allem an einer starken Ersatzbank, doch vorher hatte die DFB-Elf auch Probleme.
Das Duell mit der Elfenbeinküste war der erwartet schwere Schlagabtausch für die deutsche Mannschaft in dieser WM-Gruppenphase. 38 Minuten lag die DFB-Auswahl im Rückstand und hätte sich über einen Punktverlust im zweiten Spiel nicht beschweren dürfen.
Umso erfreulicher ist es, dass nach den Wechseln nach einer Stunde noch die Wende kam. Jedoch gibt es für Bundestrainer Julian Nagelsmann und seinen Stab so einiges aufzuarbeiten.
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Da wäre zunächst die erste Halbzeit, in welcher die Elfenbeinküste zeitweilig überlegen wirkte. Deren Cheftrainer Emerse Faé stellte im Vergleich zum 1:0 gegen Ecuador von 4-4-2 auf 4-3-3 um. Diese Formation nutzte er bereits während der WM-Qualifikation, in welcher „Les Éléphants“, wie die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste genannt wird, kein einziges Gegentor zuließen.
Kein Platz für Musiala und Wirtz
Gegen Ecuador fünf Tage zuvor spielte die Elfenbeinküste noch ein klassisches 4-2-4-Pressing, bei dem besonders die vorderen vier Akteure sehr gut verschoben, um schon am gegnerischen Strafraum den Spielaufbau zu verlangsamen.
Gegen Deutschland ging es Faé jedoch mehr um Kompaktheit im Mittelfeld. Das Trio mit Kapitän Franck Kessié, Ibrahim Sangaré und Youngster Christ Inao Oulaï bildeten einen kompakten Block und erlaubten Deutschland nahezu keine leichten Anspiele auf Jamal Musiala und Florian Wirtz. Ging der Ball zu einem der beiden deutschen Spielgestalter, wurden diese sofort von mehreren Gegnern umkreist. Folglich kamen in der ersten Hälfte wenig klare Torabschlüsse zustande.
Etwas bedenklich muss Nagelsmann stimmen, dass die Elfenbeinküste besonders bis zur Pause körperlich überlegen schien. Natürlich war allen bewusst, dass Faés Team über einige Super-Athleten wie Außenstürmer Yan Diomande verfügt. Aber die Tempovorteile vorn und Physisvorteile hinten wirkten teils eklatant. Rechtsverteidiger Wilfried Singo etwa, der meist die Außenbahn besetzte, während Vordermann Amad Diallo etwas nach innen zog, konnte auf seiner Seite einige Duelle für sich gewinnen, weil er einfach etwas mehr Kraft besaß.
Jedoch ließen nicht nur bei Deutschland irgendwann die Kräfte nach. Auch die Elfenbeinküste wurde im zweiten Durchgang etwas lascher, verteidigte teils nicht mehr so kompakt beziehungsweise mit größerer Passivität. Faé reagierte jedoch erst in der 75. Minute, während Nagelsmann schon in der 60. einen Dreifachwechsel vollzog.
