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Behörden sollen weg von Amazon, Microsoft und Google

wochentlich.deBy wochentlich.de3 Juni 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Behörden sollen weg von Amazon, Microsoft und Google
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Schwarz Digits begrüßt das EU-Vorhaben. Es sei ein „Meilenstein auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, überlebensfähigen europäischen Datenraum“, teilte das Unternehmen t-online mit; Cloud-Souveränität bilde „das unverzichtbare Fundament für digitale Souveränität insgesamt“. Der Konzern sieht in dem Gesetz die europäische Fortführung eigener Maßstäbe sowie eines Standards, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im April vorgelegt hat.

Ausbau von Rechenzentren soll beschleunigt werden

Die Cloud ist nur ein Teil des Pakets. Auch bei der Künstlichen Intelligenz hängt Europa an US-Technik: Die führenden Programme wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot stammen aus den USA, ebenso die Spezialchips, auf denen sie laufen. Bei den Rechenzentren, die solche Systeme antreiben, verfügt Europa nur über etwa ein Drittel der US-Kapazitäten – die Kommission will deren Ausbau beschleunigen und Genehmigungen vereinfachen.

Ähnlich ist die Lage bei den Halbleitern selbst, die in Computern, Autos und Smartphones stecken: Sie kommen überwiegend aus dem Ausland, vor allem aus Taiwan und China. Wie verwundbar das macht, zeigte sich, als die niederländische Regierung die Kontrolle über den Hersteller Nexperia übernahm und der chinesische Mutterkonzern daraufhin die Ausfuhr stoppte. Die EU will deshalb künftig eingreifen können, wenn Chips knapp werden, und notfalls festlegen, welche Branchen zuerst beliefert werden. Ihr Ziel, 20 Prozent der weltweiten Chipproduktion zu erreichen, wird sie nach eigener Einschätzung allerdings verfehlen.

Die Entscheidung fällt nicht in Brüssel

Aus Washington kommt Kritik: Der US-Botschafter bei der EU, Andrew Puzder, mahnte zuletzt eine engere Zusammenarbeit an. Europa schaffe es nicht in der KI-Wirtschaft nach vorn, indem es andere ausbremse, sagte er in einem Interview im April. Mehr Rechenzentren und leistungsfähige Hardware brauche der Kontinent zwar – liefern könnten die aber vor allem US-Firmen, die in Europa Geschäfte machen wollten und auf die Europa angewiesen sei.

Ob das ehrgeizige Vorhaben der EU gelingt, hängt aber nicht nur an Gesetzen – sondern daran, ob Behörden und Unternehmen am Ende wirklich umsteigen. Die neuen Pflichten gelten vor allem für den öffentlichen Sektor; private Firmen können weiterhin frei wählen. Und dort gibt oft der Preis den Ausschlag: Die US-Konzerne sind wegen ihrer Größe meist günstiger, ihre Dienste eingespielt und vertraut.

Solange die europäischen Angebote teurer oder umständlicher wirken, bleibt der Griff zu Amazon, Microsoft und Google für viele der bequemere Weg. Ob aus dem politischen Willen echte Unabhängigkeit wird, entscheidet sich deshalb weniger in Brüsseler Gesetzestexten als in den Einkaufsabteilungen von Ämtern, Krankenhäusern und Unternehmen.

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