Trotz Söders Versprechen

Freistaat kommt mit der Renaturierung der Moore nicht voran

04.05.2026 – 20:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein intaktes Moor (Archivbild): Moore binden klimaschädlichen Kohlenstoff und schützten somit das Klima. (Quelle: picture alliance / dpa/dpa-bilder)

Der Freistaat will Tempo bei der Wiedervernässung der Moore machen – kommt aber nicht voran. Dabei sind Moore wahre Klimaschützer.

In Bayern sind seit 2019 bayernweit nur 1.706 Hektar Moore wiedervernässt worden – drei Prozent des selbst gesetzten Ziels von 55.000 Hektar bis 2040. Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Auch auf den rund 34.000 Hektar staatlichen Moorböden wurden seit 2019 laut Ministeriumsantwort nur auf etwa 860 Hektar Maßnahmen umgesetzt – ebenfalls weniger als drei Prozent.

Im Mai 2021 hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, im Donaumoos 2.000 Hektar Moorfläche wiedervernässen zu lassen und dafür 200 Millionen Euro bereitzustellen. Bis Ende 2025 wurden dort nach Angaben des Ministeriums nur 200 weitere Hektar für die Renaturierung erworben. Der Zweckverband Donaumoos verfügt demnach über etwa 650 Hektar Fläche.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze kritisiert: „Ministerpräsident Markus Söder hat im Donaumoos große Versprechen gemacht – doch fünf Jahre später zeigt sich: Bayern ist beim Moorschutz immer noch viel zu langsam.“ In den nächsten fünf Jahren müsse auf allen staatlichen Mooren mindestens mit der Wiedervernässung begonnen werden, forderte sie. Außerdem brauche es eine zentrale Mooragentur sowie mehr Geld und Personal.

Patrick Friedl, Fraktionssprecher für Naturschutz der Grünen im Bayerischen Landtag, sagte: „Moorschutz geht nur gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten. Wer Flächen wiedervernässt, braucht Planungssicherheit, faire Vergütung und neue Einkommensquellen.“

Wie wichtig intakte Moore für den Klimaschutz sind, zeigen zwei Zahlen: Entwässerte Moore stoßen in Bayern jedes Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente aus – etwa acht Prozent der gesamten bayerischen Treibhausgasemissionen. Naturnahe Moore binden dagegen pro Hektar im Schnitt rund 700 Tonnen Kohlenstoff.

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