Bis zu 4,9 Prozent Zinsen

Zinsschock lähmt den Immobilienmarkt


01.11.2026 – 07:47 UhrLesedauer: 4 Min.

Maklerin zeigt Interessenten eine Wohnung (Symbolbild): Teure Bauzinsen bremsen Käufer – die Suche nach Wohnraum wird schwieriger. (Quelle: courtneyk)

Fast fünf Prozent Zinsen fürs Eigenheim, stagnierende Kaufpreise und explodierende Mieten: Der Immobilienmarkt steckt in der Zwickmühle. Zwei Forscher haben eine Idee, wie der Staat helfen könnte.

Die Inflationsrate in Deutschland ist laut vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober gesunken: Die Verbraucherpreise lagen bei 2,8 Prozent – nach 3,3 Prozent im September. Der Preisdruck lässt also vorübergehend nach. Für das Gesamtjahr rechnen Wirtschaftsforschungsinstitute wie die LBBW mit einer Jahresinflationsrate von etwa 3,0 Prozent – einem Wert, der immer noch einen Prozentpunkt über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt.

Trotzdem bleibt die Lage für Immobilieneigentümer, Käufer und Mieter angespannt: Ein hoher Leitzins führt dazu, dass der Markt für Kauf- und Mietobjekte herausfordernd bleibt. Verkäufer finden kaum noch Kaufinteressenten, Mieter finden immer seltener bezahlbaren Wohnraum und potenzielle Käufer haben es zunehmend schwer, sich ihren Traum vom Eigenheim zu finanzieren.

Bauzinsen durchbrechen deutlich die Vier-Prozent-Marke

Dirk Eilinghoff, Experte für Zinsen und Immobilien bei „Finanztip“, erklärt: „Seit dem vergangenen Juni sind sowohl die Leitzinsen als auch die Bauzinsen um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Die Bauzinsen sind damit so hoch wie seit etwa 2010 nicht mehr.“

Das zeigt auch die aktuelle „Finanztip“-Auswertung: Bei allen betrachteten Zinsbindungen liegen die Bauzinsen inzwischen weit über vier Prozent pro Jahr. Für fünf und zehn Jahre Zinsbindung weist das „Finanztip“-Zinsbarometer 4,4 Prozent aus, für 15 Jahre 4,7 Prozent und für 20 Jahre 4,9 Prozent pro Jahr. Die Werte gelten jeweils für Darlehen mit 60 und 80 Prozent Beleihung (Stand: 25. Oktober 2026).

Die gestiegenen Bauzinsen seien schlechte Nachrichten für Hauskäufer und für Eigentümer, die ihre Immobilie in den 2010er-Jahren finanziert haben – damals oft zu Zinsen von nur einem bis zwei Prozent pro Jahr. „Für Erst- und Anschlussfinanzierer wird die Baufinanzierung deutlich teurer“, so Eilinghoff.

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Wie hoch Ihre monatliche Belastung ausfällt, hängt unter anderem von der Darlehenssumme und der Tilgung ab. Ein Beispiel: Bei einem Darlehen von 300.000 Euro und zwei Prozent anfänglicher Tilgung beträgt die monatliche Rate bei 4,4 Prozent Zinsen 1.600 Euro. Vor einem Jahr lag sie bei Zinsen von 3,6 Prozent noch bei 1.400 Euro. Das sind 200 Euro mehr im Monat beziehungsweise 2.400 Euro mehr im Jahr – für dieselbe Kreditsumme.

Schlechte Nachrichten für Verkäufer

Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge bremsen die hohen Zinsen inzwischen den gesamten deutschen Immobilienmarkt. Die Preise für Eigentumswohnungen zogen im dritten Quartal nur noch um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 0,4 Prozent.

„Seit 2023 bewegen sich die Kaufpreise damit weitgehend seitwärts“, lautet das Fazit des IW. „Gegenüber dem Höchststand von 2022 liegen sie gut zehn Prozent niedriger.“ Noch Anfang dieses Jahres sah es laut IW danach aus, als würden sich Angebotsmieten und Kaufpreise bei einer jährlichen Steigerung von drei bis vier Prozent einander angleichen.

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