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Finanzen

Barmer-Report: Pflegebedürftige bekommen zu selten Zahnvorsorge

wochentlich.deBy wochentlich.de3 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Barmer-Report: Pflegebedürftige bekommen zu selten Zahnvorsorge
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Kein Zugang zur Vorsorge

Kasse schlägt Alarm: In vielen Heimen fällt die Zahnpflege durch

02.06.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Zahnärztin bei der Arbeit: Pflegebedürftige erhalten häufig keine zahnärztliche Vorsorge (Quelle: IMAGO / Cavan Images/imago)

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Werden Pflegebedürftige zahnmedizinisch gut versorgt? Vor allem bei einer Gruppe bewertet eine neue Studie die aktuelle Situation als „besorgniserregend“.

Viele pflegebedürftige Menschen erhalten häufig nicht die notwendige zahnärztliche Vorsorge. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Krankenkasse Barmer hervor. Besonders groß seien die Defizite bei Menschen in Pflegeheimen, wenn die Einrichtungen keinen Kooperationsvertrag mit Zahnärzten hätten.

Den Angaben zufolge stellten Zahnärzte 2024 bundesweit bei etwas mehr als einem Viertel der bei der Barmer versicherten Pflegeheimbewohner deren Mundgesundheitsstatus fest und erstellten einen Mundgesundheitsplan. Rund 80 Prozent dieser Vorsorgeleistungen wurden in Pflegeheimen erbracht, die Kooperationsverträge mit Zahnärzten abgeschlossen hatten.

Nur jedes zweite Heim hat Kooperationsvertrag

Solche Verträge gab es aber nur in weniger als der Hälfte der Pflegeheime. Auf Einrichtungen ohne solche Vereinbarungen entfielen lediglich zwei Prozent der in Anspruch genommenen Untersuchungen.

Insgesamt verdoppelte sich die Inanspruchnahme der Leistungen bei Heimbewohnern von 2019 bis 2024 in etwa auf jeweils über 25 Prozent. Bei ambulant Pflegebedürftigen verblieb die Quote auf niedrigem Niveau bei rund drei Prozent.

Zugleich stellte die Krankenkasse erhebliche regionale Unterschiede fest. Bei stationär Pflegebedürftigen reichte die Inanspruchnahme der Vorsorgeleistungen 2024 von 16,8 Prozent in Niedersachsen bis 45,5 Prozent in Berlin. Hamburg und Sachsen wiesen vergleichsweise hohe Werte auf – mit 42,7 beziehungsweise 42,6 Prozent.

Bei ambulant Pflegebedürftigen lag die Rate 2024 deutlich niedriger. Dabei lag Sachsen mit neun Prozent deutlich vor allen westlichen Bundesländern, die jeweils unter drei Prozent blieben. In den östlichen Bundesländern sei die Inanspruchnahme zahnärztlicher Präventionsleistungen bei Pflegebedürftigen grundsätzlich höher, hieß es.

Situation ist „besorgniserregend“

„Für stationär Pflegebedürftige ist der Besuch einer Zahnarztpraxis kaum möglich“, erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. „Deshalb gibt es eine Versorgungslücke, wenn sie nicht vor Ort untersucht werden.“ Straub forderte mehr Kooperationen zwischen Pflegeheimen und Zahnärzten.

Auch für ambulant Pflegebedürftige sei die Situation „besorgniserregend“, erklärte Reportautor Michael Walter. Zur Behebung der Defizite bestehe „Handlungsbedarf“.

Die Barmer nutzte für ihren sogenannten Zahnreport anonymisierte Abrechnungsdaten von Versicherten ab 65 Jahren aus den Jahren 2013 bis 2024. Die Folgen mangelnder Mundgesundheit sind Mangelernährung, Gewichtsverlust und Schwäche, was insbesondere für pflegebedürftige Menschen schwerwiegende Auswirkungen haben kann.

Kritik von Patientenschützern

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte Pflegeeinrichtungen und kassenärztliche Vereinigungen. Oft hake es auch bei bestehenden Kooperationsverträgen, erklärte Vorstand Eugen Brysch. In Pflegeheimen fühle sich niemand mehr für Zahnarztkontakte zuständig. Dieser Zustand sei „nicht hinnehmbar“.

Hilfsbedürftige Menschen seien darauf angewiesen, dass Ärzte zu ihnen kämen, erklärte Brysch. Jährlich bekämen die kassenärztlichen Vereinigungen Millionen Euro für die Zahnarztkoordination. Es müsse eine Versorgungspflicht von Zahnärzten gegenüber den Patienten geben.

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