Nach mutmaßlicher Sabotage

Bahnstrecke Köln-Düsseldorf wieder freigegeben


Aktualisiert am 11.07.2026 – 19:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Feuerwehrleute bei Löscharbeiten an der Bahnstrecke am Freitag: Nach ddem Böschungsbrand war die wichtige Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln gesperrt. (Quelle: Patrick Schüller/dpa/dpa-bilder)

Die seit Freitag gesperrte Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf ist wieder befahrbar. Eine mutmaßliche Sabotage hatte einen großen Schaden verursacht.

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf können die Züge wieder rollen. Die seit Freitag gesperrte Verbindung wurde am Samstagnachmittag freigegeben, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Abend mitteilte.

Wegen der umfangreichen Schäden war zunächst völlig offen gewesen, wann die Strecke wieder befahren werden kann. Bei zwei Bränden an der Wupperbrücke zwischen Leverkusen Mitte und Langenfeld waren mehrere Signalkabel beschädigt worden. Dadurch waren keine Zugfahrten auf der Strecke möglich gewesen. Die Bahn hatte von „immensen Schäden“ gesprochen.

Der Staatsschutz der Kölner Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass ein Sabotageakt vermutet werde. Ein technischer Defekt gilt demnach als wenig wahrscheinlich. Die Kriminalpolizei sucht nach Zeugen.

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Bekennerschreiben von linksextremer Gruppe aufgetaucht

Auf der Plattform Indymedia.org ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds“ behauptet darin, für die Sabotage der Bahnstrecke verantwortlich zu sein. Man habe Brandsätze in zwei Kabelschächten an der Wupperbrücke deponiert.

Eine Polizistin steht unter einer Brücke an einer Bahnstrecke: Die Polizei geht von einem Sabotageakt aus. (Quelle: Sascha Thelen/dpa/dpa-bilder)

In Sicherheitskreisen wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist. Die Polizei prüft die Echtheit jedoch weiterhin und untersucht mögliche Zusammenhänge zu anderen Taten.

Als Motiv nennt die Gruppe „das durch den Fortschritt verursachte Massensterben“. Weiter hieß es: „Diese Bewegung wird verhindern, dass der Planet geschreddert wird“. Sich selbst stellt die Gruppe in den Schreiben als Industriegegner und Anti-Tech-Bewegung dar, die für den Schutz der Natur die „vollständige Zerschlagung des technologisch-industriellen Systems“ anstrebe.

Innenminister verurteilt die Aktion

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von „gezielter Sabotage“. Die Tat treffe den Alltag vieler Menschen und nehme „Kollateralschäden“ billigend in Kauf. „Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos“, sagte Reul.

In der Vergangenheit hatte sich die linksextreme Gruppe bereits zu Anschlägen bekannt, auch auf Bahnstrecken. Im Januar 2025 brüstete sich die Gruppe zuletzt mit einem Brandanschlag auf „Düsseldorfs wichtigstes Gleis für den Güterverkehr“. Eine Strecke zwischen Düsseldorf und Solingen war damals vorübergehend lahmgelegt worden.

Diese Strecken waren betroffen

Bei der Streckensperrung war die S-Bahn-Linie S6 besonders stark betroffen: Züge aus Richtung Köln-Worringen endeten und begannen bereits in Leverkusen-Mitte. Aus Richtung Essen Hauptbahnhof kommend endeten und begannen die Bahnen in Langenfeld. Zwischen diesen beiden Punkten kam es dadurch zu Teilausfällen.

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