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Politik

Baerbock verlässt die Vereinten Nationen

wochentlich.deBy wochentlich.de5 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Baerbock verlässt die UN

„Jetzt bin ich Privatmensch“

04.09.2026 – 14:32 UhrLesedauer: 4 Min.

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Annalena Baerbock (Archivbild): Als Präsidentin der UN-Generalversammlung sah sich Baerbock Attacken der USA und Russlands ausgesetzt. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)

Annalena Baerbock blickt auf ein turbulentes Jahr an der Spitze der UN-Generalversammlung zurück. Nun plant die Grünen-Politikerin einen Neustart.

Wer Annalena Baerbocks politische Gegner aufzählen will, muss weit über Deutschland hinausblicken. Russland machte aus seiner Abneigung gegen die frühere Außenministerin nie einen Hehl und wollte ihre Wahl zur Präsidentin der UN-Generalversammlung verhindern. Baerbock schaffte es trotzdem auf den Posten. Während ihrer einjährigen Amtszeit geriet sie auch mit den USA aneinander. Kurz vor ihrem Abschied wirkt Baerbock davon unbeeindruckt.

„Man darf keine Angst vor Gegenwind haben, sonst sind in solch stürmischen Zeiten diese Ämter nichts für einen“, sagt Baerbock der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Turbulente Zeiten ist Baerbock gewohnt. In ihrer Zeit als Kanzlerkandidatin habe „es sich mal so angefühlt wie durch die Hölle zu gehen“, sagt sie heute. Baerbock sah sich damals Anfeindungen ausgesetzt, machte aber unter anderem auch mit Korrekturen am eigenen Lebenslauf und einem Buch wegen Textähnlichkeiten zu anderen Werken negative Schlagzeilen.

Im Video | Baerbock verabschiedet sich ungewöhnlich

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Außenministerin-Amt als „beste Vorbereitung“

Später folgten gezielte Desinformationskampagnen Russlands. Im Gespräch beschreibt sie die Vorwürfe, eine Prostituierte gewesen zu sein, einen Gigolo in Afrika gehabt zu haben und die Szene, von einer Drohne verfolgt zu werden. Wegen einer russischen Aufklärungsdrohne musste die Grünen-Politikerin 2024 den Besuch eines Wasserwerks in der Ukraine vorzeitig abbrechen. Auch der im selben Jahr aufgekommene Vorwurf, Baerbock habe auf einer Afrikareise eine Affäre mit einem afrikanischen Gigolo gehabt, war ein Versuch, ihre Position zu untergraben.

Besonders in ihrer Zeit als Außenministerin wurden einzelne sprachliche Patzer und unglückliche Formulierungen wiederholt aufgegriffen. Gleichzeitig war ein Teil der Kritik gegen sie nachweislich mit Falschbehauptungen und sexistischen Angriffen verbunden. Kritiker warfen ihr zudem teilweise eine zu konfrontative und stark werteorientierte Außenpolitik vor – insbesondere gegenüber Russland und China. Heute nennt sie das Amt als Außenministerin die „beste Vorbereitung für das UN-Amt“: „Ich glaube, ich verstehe ziemlich gut diese maskulinen Powergames.“

Angriffe von USA und Russland

Machtspiele gab es dem Vernehmen nach auch in New York bei den Vereinten Nationen. Laut UN-Kreisen sah sich die ehemalige Außenministerin auch hinter den Kulissen erheblichem Druck ausgesetzt. So sollen US-Vertreter mit Konsequenzen gedroht haben, wenn unerwünschte Themen auf die Tagesordnung kämen. Die USA und Russland etwa versuchten immer wieder mit Änderungsanträgen und der Androhung, Resolutionen nicht mitzutragen, etablierte Formulierungen unter anderem zu Frauenrechten und Klimaschutz abzuschwächen oder zu streichen.

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