„Möchte den Aufenthalt genießen“

Deutsches Freibad schließt ein Geschlecht komplett aus


10.06.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Jungs und Mädchen gemeinsam im Freibad (Symbolbild): In einem Freiburger Bad sind solche Szenen ausgeschlossen. (Quelle: Christian Schroth)

Ein Freibad sperrt Männer aus und erfreut sich gerade deswegen großer Beliebtheit. Doch eine Regel löst Unmut aus.

Mehrfach hatten zuletzt Schlägereien und Streitigkeiten in deutschen Freibädern Aufsehen erregt, in den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Debatten über die Sicherheit in den Freibädern und über Tätergruppierungen gegeben. Ein Freibad, in dem viele dieser Diskussionen gar nicht erst auftreten dürften, ist das Lorettobad in Freiburg. Es schließt Männer kategorisch aus und bezeichnet sich selbst als einziges Damen-Freibad Deutschlands.

Das auch „Lollo“ genannte Bad blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1841 wurde es zunächst als reines Männerbad eröffnet, rund 45 Jahre später kam ein separates Damenfreibad dazu. Heute ist das Freibad nur noch Frauen vorbehalten. Auf der Seite des Fördervereins des Bades heißt es zur Begründung: „Hier sind Frauen und Mädchen unter sich und genießen Bad und Sonne geschützt vor männlichen Blicken.“

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Freibad in Freiburg: „Als Frau sicher aufhalten“

Eine Sprecherin des Badbetreibers Freiburger Stadtbau GmbH sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Das Damenbad ist nicht nur in Freiburg einzigartig und hat eine große Zahl an Stammgästinnen.“ Das „Lollo“ sei für viele „ein Ort mit Geschichte, Identität und einem sehr eigenen Charakter“. Der geschützte Rahmen werde besonders geschätzt, so die Sprecherin.

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Allerdings: Die Rezensionen bei Google sprechen eine gemischte Sprache. Viele schätzen, dass sie als Frauen unter sich bleiben können. „Als Frau kann ich mich hier sicher aufhalten und die entspannte Atmosphäre genießen“, kommentiert eine Nutzerin. Doch mehrere Rezensenten stören sich am Umstand, dass einzelne männliche Bademeister in dem Freibad tätig sind. Das Freibad selbst weist auf seiner Webseite darauf hin, dass diese gemeinsam mit weiblichen Mitarbeiterinnen eingesetzt würden.

Männliche Bademeister: „Das nenne ich provozieren“

„Das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht und entspricht nicht dem Konzept, das der Name verspricht“, findet eine Google-Nutzerin. Und eine andere stimmt zu: „Wie sollen sich Frauen da wohlfühlen, wenn Männer (Bademeister) durchgehend rein- und rauskommen? Das nenne ich provozieren!“

Das Freiburger Lorettobad hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Tageskarten gibt es für Erwachsene bereits ab sechs Euro und für Kinder ab 4,50 Euro. Kinder unter sechs Jahre zahlen keinen Eintritt.

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