„Viele von uns haben es kommen sehen“
Backstreet Boys sprechen über verstorbenen Aaron Carter
15.06.2026 – 07:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Sucht, Konflikte und Aaron Carters Tod: Eine neue Dokumentation zeigt die negativen Folgen des Erfolgs im Boyband-Geschäft.
Der große Erfolg der Backstreet Boys brachte seine Schattenseite mit sich. Für die neue Dokumentation „Boy Band Confidential“ kamen zahlreiche Musiker aus der Boyband-Ära der 90er-Jahre zusammen. Sie haben dabei unter anderem von Sucht, Streit und persönlichen Tragödien berichtet. Auch die Tragödie rund um Nick Carters jüngerer Bruder Aaron war dabei Thema.

Nach dem Durchbruch seines Bruders war auch Aaron Carter mit dem Song „Crush on You“ über Nacht und im Alter von nur neun Jahren berühmt geworden. Doch über die Jahre schien ihn das einzuholen. Er entwickelte ein Drogenproblem und starb im November 2022 im Alter von 34 Jahren nach einem drogenbedingten Unfall.
Der frühere Manager Johnny Wright sagt laut „Focus“ nun in „Boy Band Confidential“ rückblickend: „Ich fühle mich verantwortlich. Ich habe Aaron mit zehn Jahren in dieses Business gezogen.“ Eigentlich sollte letzterer seinen Bruder Nick Carter nur auf einer Backstreet-Boys-Tour begleiten. Aus ersten Auftritten entstand jedoch eine erfolgreiche Solokarriere.
„Du bist wie ein kleiner Bruder“
Mit dem Ruhm nahmen auch Aaron Carters Probleme zu. Backstreet-Boys-Mitglied AJ McLean berichtet in der Dokumentation, die auf discovery+ verfügbar ist: „Viele von uns haben es kommen sehen.“ Er habe Carter gewarnt: „Du bist wie ein kleiner Bruder – ich will nicht, dass du stirbst.“ Die frühere Musikmanagerin Melinda Bell zieht zudem ein düsteres Fazit: „Aaron war verloren.“

Auch AJ McLean selbst kämpfte jahrelang mit seiner Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Auslöser sei der Tod seiner Großmutter gewesen. Der Sänger erinnert sich an seinen ersten Drogenkonsum im Jahr 2000 vor einem Videodreh. Damals habe er gedacht: „Was soll schon Schlimmes passieren?“ Heute blickt er anders darauf zurück: „Es geschah das Schlimmste.“
Als er aufgrund des Rauschs eines Tages einen Termin versäumte, griff Bandkollege Kevin Richardson ein. Kurz darauf begann McLean seine erste Entzugstherapie. Mittlerweile ist der Musiker Vater von zwei Töchtern und nach mehreren Entzügen seit 2021 abstinent. Einen entscheidenden Anteil daran schreibt er seiner jüngeren Tochter Lyric Dean zu. Über einen Schlüsselmoment erzählt McLean: „Ich kam von einer Kneipentour nach Hause. Ich breitete meine Arme aus, aber sie wollte mich nicht umarmen. Sie hat gesagt: ‚Du riechst nicht wie mein Daddy.'“
