Bestseller-Autor

„Ich hasste mich“: Frank Schätzing über seine dunklen Teenager-Jahre

Aktualisiert am 06.11.2025 – 06:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Frank Schätzing (Archivbild): Der Schriftsteller aus Köln hat ein Buch über seine Jugend geschrieben. (Quelle: Christoph Hardt/Geisler-Fotopress/dpa/Archivbild/dpa)

Der Kölner Bestseller-Autor Frank Schätzing spricht über seine Zeit am Gymnasium Kreuzgasse. Was er dort erlebte, stürzte ihn in eine Depression. Jetzt rechnet er ab.

Frank Schätzing hat über seine Jugend in Köln ein Buch geschrieben – und darin rechnet der Bestseller-Autor mit seiner Schulzeit ab. „Das Gymnasium war eine finstere Zeit“, sagt der 68-Jährige im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ über seine Jahre am Gymnasium Kreuzgasse. „Alles, was ich als Kind gut konnte, zeichnen, schreiben, später auch Musik machen, war null gefragt“, erinnert sich Schätzing. Er beschreibt drastische Methoden einiger Lehrer: „Da flogen Schlüsselbunde, da wurde an den Haaren gerissen, wurden Ohrfeigen verteilt.“

Auch mit seinem Äußeren haderte der spätere Autor massiv. „Ich war 17 und hasste mich als pickliges Milchgesicht“, erzählt er. Mit 17 fasste er einen radikalen Entschluss: „Du wirst jetzt ein schöner Mann.“ Er ging „generalstabsmäßig“ vor: „Friseur, Gesichtswasser, neue Kleidung.“ Die Verwandlung funktionierte.

Die Wende brachte ein neuer Musiklehrer, der im Unterricht „Space Oddity“ von David Bowie auflegte. „Nach dem Lied dachte ich: Wenn der Typ damit Erfolg hat, ist er der König aller Träume. Dann kann auch aus mir was werden“, erinnert sich Schätzing. Dem Musiker widmet er nun sein neues Buch „Spaceboy“, das an diesem Donnerstag im Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheint.

Beim Schreiben habe er gelernt: „Je mehr du versuchst, dein vergangenes Ich loszuwerden, weil du dich seiner schämst, desto mehr macht es sich bemerkbar. Du musst dich mit diesem Teenager versöhnen.“ Nach seinem Erfolg mit „Der Schwarm“ erlitt Schätzing ein Burn-out. Heute, mit 68, sagt er: „Ich werde meine limitierte Zeit auswringen bis zum letzten Tropfen.“

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