Newsblog zum Extremwetter in Deutschland

Veranstalter sagt Festival wegen Hitze ab


Aktualisiert am 27.06.2026 – 09:18 UhrLesedauer: 23 Min.

Hitze in Deutschland (Symbolbild): Die Rekordtemperaturen führen zu Planungsänderungen.

Hitze in Deutschland (Symbolbild): Die Rekordtemperaturen führen zu Planungsänderungen. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Die Hitzewelle hat Europa fest im Griff – und nimmt in Deutschland weiter Fahrt auf. Der DWD verschärft seine amtlichen Warnungen deutlich. Die Entwicklungen im Liveblog.

Veranstalter sagt Kessel Festival wegen Hitze ab

Das Kessel Festival in Stuttgart ist wegen der außergewöhnlichen Hitze abgesagt worden. Der Gesundheitsschutz der Gäste, von Mitarbeitenden und Künstlerinnen und Künstlern stehe an erster Stelle, teilte der Veranstalter mit. Das Festival habe am Freitag mit einem erweiterten Schutzkonzept stattgefunden, die Sicherheit des zweiten Veranstaltungstags könne bei den erwarteten noch höheren Temperaturen jedoch nicht gewährleistet werden.

Am Samstag war das Deutsche Rote Kreuz nach Polizeiangaben zu einigen Hitzeeinsätzen beim Kessel Festival gerufen worden. Die Veranstalter informieren auf ihrer Webseite über die Erstattungsfähigkeit der Tickets. Der SWR hatte zunächst berichtet.

Professor warnt: Bei Hitze nicht ins Wasser springen

Ein Sprung kopfüber ins flache Wasser kann schwerwiegende Verletzungen zur Folge haben, warnen Experten. „Die Halswirbelsäule ist besonders fragil“, sagt Jan Schwab, Direktor der Klinik für Rückenmarkverletzte und Paraplegiologie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin (UKB), der dpa. „Das führt direkt zu einer Lähmung“, sagte Schwab, dann seien Beine und Arme betroffen. „Wenn man den Boden nicht sieht, auf keinen Fall springen.“

Schwab sieht davon am UKB jährlich mindestens zehn Fälle. Oft handele es sich um „übermütige junge Männer“, die aus Lebensfreude kopfüber ins flache Wasser springen und im Anschluss querschnittsgelähmt seien. Auch Alkohol spiele oft eine Rolle. „Man möchte die Lebensfreude nicht einschränken“, sagte Schwab. „Aber es ist eine vermeidbare Verletzung.“

Kommunen rufen Bürger wegen Hitze zum Wassersparen auf

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat die Bürger wegen der Hitze dringend zum Wassersparen aufgerufen und notfalls Verbote ins Spiel gebracht. „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe).

Zunächst solle so lange wie möglich auf Freiwilligkeit gesetzt werden, sagte Berghegger. „Wenn das nicht funktioniert, müssen die Behörden vor Ort auch Verbote aussprechen.“ Nach seiner Wahrnehmung seien „die Leute aber vernünftig“, sodass „kein Wasser zur Bewässerung von Golf- oder Tennisplätzen verschwendet wird“.

Berghegger beklagte zugleich fehlende Mittel für ausreichenden Hitzeschutz in den Kommunen. „Die Zahl der Hitzetage ist stetig gewachsen. Daher haben wir immer mehr Trockenperioden und Dürren. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte der DStGB-Hauptgeschäftsführer.

Siebenschläfer fällt diesmal auf Hitzetag

Ausgerechnet an diesem Samstag ist Siebenschläfertag. Laut Bauernregeln soll sich am 27. Juni entscheiden, wie das Wetter in den nächsten sieben Wochen wird. Diesmal wird es der Vorhersage zufolge ein sehr heißer Tag, der Deutschland womöglich sogar Rekordhitze bringt.

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