Investorensuche gescheitert
Autozulieferer macht dicht – 145 Jobs weg
05.09.2026 – 17:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Sanierungsversuch bei ROKU Mechanik ist gescheitert. Nach monatelanger Investorensuche stellt der Zulieferer aus Baden-Württemberg den Betrieb ein.
Die ROKU Mechanik GmbH aus Unterschneidheim hat angekündigt, ihren Geschäftsbetrieb zum Jahresende 2026 vollständig einzustellen. Rund 145 Beschäftigte verlieren damit ihre Arbeitsplätze. Das Unternehmen hat bereits mit der Ausproduktion begonnen, laufende Aufträge sollen also noch abgearbeitet werden.
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung war am 1. Februar 2026 vom Amtsgericht Aalen eröffnet worden. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen rückläufige Aufträge aus der Automobilindustrie und gestiegene Energiekosten. Ziel der Sanierung war es, einen Investor zu finden – dieser Versuch blieb jedoch erfolglos.
- Zweites Mal in zwei Jahren: Bekannter Fahrradhersteller steckt erneut in der Insolvenz
- 220 Beschäftigte vor Entlassung: Traditionsreicher Papierhersteller vor dem Aus
Investorensuche scheiterte kurz vor Abschluss
„Wir waren mit mehreren potenziellen Investoren in intensiven Gesprächen und standen zweimal kurz vor dem Abschluss“, erklärte Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, der das Unternehmen im Verfahren als Generalbevollmächtigter unterstützt. Ausschlaggebend für die Absagen sei die schwierige Auftragslage gewesen. Sowohl im Automotive- als auch im Non-Automotive-Bereich habe sich ein deutlicher Rückgang abgezeichnet.
Zur Abfederung der Folgen soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Die Beschäftigten können nach Abschluss der Ausproduktion voraussichtlich Anfang 2027 für sechs Monate dorthin wechseln. Finanziert wird die Gesellschaft nach Unternehmensangaben von den Kunden von ROKU.
Geschäftsführer Roland Kuhnhaus verwies auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Noch 2019 habe ROKU rund 25 Millionen Euro in eine zusätzliche Fertigungsstätte investiert. Danach hätten erst die Corona-Pandemie, dann die Energiekrise und zuletzt die schwache Nachfrage der Automobilbranche das Unternehmen belastet.
Beschäftigtenzahl deutlich gesunken
„Wir hatten gute Jahre und stabile Kundenbeziehungen“, sagte Kuhnhaus. Dass es nicht gelungen sei, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, „schmerzt uns sehr“. Er hoffe, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell eine neue Stelle finden.
ROKU Mechanik ist auf Zerspanungstechnik spezialisiert. Das Unternehmen fertigt Dreh- und Frästeile sowie Baugruppen, unter anderem für Kunden aus der Automobilindustrie. Zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens beschäftigte ROKU noch rund 190 Menschen, aktuell sind es etwa 145.