
Verbot für Außengastronomie
„Hindernisparcours“: Florenz greift gegen Touristen durch
Aktualisiert am 20.11.2025 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einem Aperol Spritz die Straßenszenerie der historischen Innenstadt von Florenz genießen? Das ist wegen einer neuen Maßnahme ab 2026 Geschichte.
Florenz gilt als Wiege der Renaissance, als Stadt voller Kunst, Kultur und beeindruckender Architektur. Doch in der historischen Innenstadt stolpern Touristen nicht nur über sich selbst, sondern auch über Tische, Stühle, Terrassen und Menütafeln.
Denn so schön ein Aperitif im Freien auch ist – viele Einheimische stören sich an dem „Hindernisparcours“, wie es in diversen Medienberichten heißt. Doch das soll sich bald ändern. Ab 2026 sind die Außenbereiche zahlreicher Lokale nämlich Geschichte. Wie etwa das Portal „florencedailynews.com“ berichtet, werden Terrassen und ähnliche Aufbauten in insgesamt 50 Straßen beziehungsweise Orten in der historischen Innenstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, verboten. Dazu gehören etwa der Ponte Vecchio, die Via Roma und die Uffizien.
In über 70 weiteren Straßen sollen Außenbereiche erlaubt, aber künftig strenger reguliert werden. Dazu werden sie in diverse Kategorien eingeteilt – von A (nur Tische und Stühle mit kleinem Schirm) bis D (geschlossene und überdachte Strukturen). Die Zwischenkategorie B1 erlaubt partielle Überdachungen mit transparenten Seitenwänden während der Wintermonate.
Die Entscheidung ist Teil eines Abkommens zwischen der Stadt Florenz und der Aufsichtsbehörde für Archäologie, Bildende Künste und Landschaft. Die Maßnahme soll das künstlerische und architektonische Erbe der Stadt schützen und eine ausgewogenere Nutzung des öffentlichen Raums gewährleisten.
Das neue Verbot bedeutet nicht nur für Touristen eine Umstellung, sondern vor allem auch für Betreiber von Restaurants und Cafés. Der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ sagte ein Restaurantbesitzer etwa: „Wir haben sechzig Sitzplätze im Freien, die für unser Geschäft unerlässlich sind.“ Ein anderer wirft den Verantwortlichen vor, dass man mehr Wert auf Ästhetik „als auf das Überleben der Unternehmer, die das Stadtleben prägen“, lege.













