Offene Fragen im Block-Prozess

Polizistin schildert Gespräch mit Tochter, doch es gibt Widersprüche

24.06.2026 – 15:18 UhrLesedauer: 1 Min.

Christina Block: Sie bestreitet die Vorwürfe. (Quelle: Georg Wendt/dpa)

Im Prozess gegen Christina Block hat die Hauptermittlerin der Polizei Aussagen der Tochter der Unternehmerin wiedergegeben. Die Verteidigung stellte diese jedoch infrage.

Die Verhandlung im Block-Prozess geht weiter – und einige Aussagen lassen aufhorchen. Die Hauptermittlerin der Polizei berichtete von einem Gespräch mit der Tochter der Angeklagten. Das Mädchen habe dabei Einblicke in die damalige Situation im Zuhause mit seiner Mutter gegeben. So habe sie unter anderem angegeben, andere Besucher um Hilfe gebeten zu haben, weil sie „hier raus“ wolle. Es habe jedoch niemand geholfen.

Diesem Gespräch war ein Besuch von Polizei und Jugendamt am 3. Januar 2024 vorausgegangen. Die Ermittlerin sagte aus, dass ihr damals keine Hinweise darauf aufgefallen seien, dass das Mädchen und ihr Bruder das Haus ihrer Mutter verlassen wollten. Warum sie dies erst später geschildert habe, erklärte die Tochter nach Angaben der Polizistin mit den Worten: „Ich dachte, Du glaubst mir sowieso nicht.“

Verteidigung zweifelt die Aussagen an

Die Verteidigung verwies darauf, dass andere Zeugen eine solche Bitte um Hilfe bislang nicht bestätigt hätten. So hätten weder eine Mitarbeiterin des Jugendamts noch ein Kinderpsychologe entsprechende Angaben gemacht. Die Kinder selbst möchten im Prozess nach Angaben ihrer Anwältin nicht aussagen.

Christina Block wird vorgeworfen, nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus dem Haushalt ihres Vaters in Dänemark veranlasst zu haben. Die Kinder waren in der Silvesternacht 2023/24 in ein Auto gezerrt und anschließend über Süddeutschland nach Hamburg gebracht worden. Die 53-Jährige bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

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