Tesla stoppt Cybertruck

Aus für „größten Autoflop seit Jahrzehnten“


06.11.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Teslas Edelstahlmonolith: Viel Gewicht – wenig Verstand, urteilen Kritiker. (Quelle: TJ)

Er kam als Zukunft auf Rädern – und wurde zum rollenden Reinfall. Teslas Cybertruck ist zu schwer, zu teuer, zu unbrauchbar. Jetzt zieht Elon Musk sein stählernes Desaster aus dem Verkehr.

Er sollte auffallen, Maßstäbe setzen und die amerikanischen Pick-up-Kunden erobern. Doch statt den Markt zu revolutionieren, wurde der Cybertruck zum Misserfolg. Nun kündigte Konzernchef Elon Musk auf der Plattform X an, die Produktion des umstrittenen Elektroautos im texanischen Austin einzustellen.

Die frei werdenden Kapazitäten sollen demnach in ein anderes Projekt fließen: das Cybercab, Teslas geplantes Robotaxi. Es soll ohne Lenkrad und Pedale auskommen und steht für den Kurs, den Musk seit Jahren verfolgt – weg vom reinen Autobauer, hin zu einem Unternehmen für autonomes Fahren, Robotik und Software.

Tesla hatte seinem Werk in Austin (US-Bundesstaat Texas) wiederholt Zwangspausen verordnet: Der Grund dürfte die geringe Nachfrage nach dem Cybertruck gewesen sein. (Quelle: IMAGO/Jay Janner/American-Statesman)

Die Realität blieb weit hinter dem Ziel zurück

Damit will Musk einen früheren Kurs korrigieren, den Kritiker schon immer für falsch hielten. Denn die Nachfrage nach dem Cybertruck konnte die Erwartungen nie erfüllen. Tesla hatte eine jährliche Produktion von 250.000 Einheiten in Aussicht gestellt. Im Jahr 2024 wurden jedoch weniger als 40.000 Fahrzeuge abgesetzt. 2025 war es nur noch die Hälfte, im laufenden Jahr nochmals deutlich weniger. Längst spricht das US-Magazin „Forbes“ vom größten Flop der Autoindustrie seit Jahrzehnten. Und das hat gute Gründe.

Musk selbst gestand, keine Marktforschung betrieben zu haben – ein gravierender Fehler. Ein Pick-up sollte ein praktisches Werkzeug und zuverlässiger Lastenträger sein. Der Cybertruck hingegen ist ein massiver Monolith aus Edelstahl, der keinerlei Bedürfnisse der Besitzer berücksichtigt.

Ein Grund für die Probleme liegt in der Konstruktion. Der Cybertruck verfügt über eine Karosserie aus Edelstahl. Sie sollte eine herkömmliche Lackierung überflüssig machen und dadurch Kosten sparen. In der Fertigung erwies sich das Material jedoch als anspruchsvoll: Das Pressen und Biegen war komplexer und teurer als erwartet.



Sie haben sich riesig darüber gefreut, keine 200 Millionen Dollar für eine Lackiererei bezahlen zu müssen. Aber wahrscheinlich haben sie genauso viel ausgegeben, um den Edelstahl in den Griff zu bekommen.


Branchenforscher Glenn Mercer


Hinzu kommt, dass der Cybertruck technisch weitgehend für sich steht. Er nutzt eine eigene Plattform und teilt sich keine wesentlichen Komponenten mit anderen Tesla-Baureihen. Für die Produktion ist das ein Nachteil, weil weniger Teile, Prozesse und Anlagen gemeinsam genutzt werden können.

Präsentation endete im Marketingdesaster

Bereits die Präsentation im Jahr 2019 – als Triumph geplant – endete als Slapstick. Zwei Stahlkugelwürfe, und das als kugelsicher angepriesene Fenster war zerstört. Musks fluchende Reaktion wurde zum Meme. Und zum Auftakt einer Serie von Pannen. Ständige Rückrufe, sogar wegen abfallender Karosserieteile, taten Teslas ohnehin ramponiertem Image nicht gut.

Hinzu kam der Preis. Ursprünglich hatte Tesla einen Einstiegspreis von knapp 40.000 Dollar genannt. Bei der Markteinführung lag der Basispreis jedoch bei mehr als 82.000 Dollar – viel zu hoch für die geplanten Verkaufszahlen.

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