Als er dann im Sommer 2025 seinen Abschied vom DFB bekannt gab, war es dennoch eine Überraschung. Denn erst ein halbes Jahr zuvor hatte Wagner den Lehrgang zur Uefa Pro-Lizenz begonnen, der ein Jahr dauert. Daher war erwartet worden, dass der akribische Karriereplaner erst nach der WM 2026 den DFB verlassen würde. Offenbar aber war die Aufgabe Augsburg so reizvoll, dass Wagner sich bereit fühlte. Und für viele Fans und Beobachter war klar: Sandro Wagner ist das nächste deutsche Trainertalent mit Erfolgsgarantie. Gerade auch, weil er sich mit Augsburg einen eher kleineren Klub in der Bundesliga aussuchte, wo der Druck etwas geringer ist.

Doch es dauerte nicht lange, da war klar, was Sandro Wagner in Augsburg bedeutet. Bei seiner ersten Pressekonferenz waren so viele Journalisten da wie selten zuvor. Ihm selbst war das unangenehm. „Wer bin ich denn?“, fragte Wagner in die Runde. Er betonte mehrfach, demütig sein zu wollen. Er habe ja noch kein Spiel absolviert. „Da wäre es doof, wenn ich das raushauen würde“, betonte er.

Es sollte nicht allzu viele Spiele dauern, bis Wagner dann doch mit Worten auf sich aufmerksam machte. Nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern am 2. Spieltag sagte er voller Überzeugung: „Ich sehe es nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern.“ Eine Aussage, die nicht nur bei den Fans des Rekordmeisters Stirnrunzeln auslöste. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus stellte bei Sky klar: „Das sind Sätze, die gut gemeint sind, aber der FC Bayern spielt in einer anderen Liga als Augsburg, auch wenn das Ergebnis am Ende ziemlich knapp ausfiel. Mit Bayern muss sich Wagner nicht vergleichen. Da hat er ein bisschen eine falsche Wahrnehmung.“

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Wagner durch Dinge abseits des Rasens auffiel. Nach dem Heimsieg gegen Wolfsburg machte er in Richtung der Tribüne mit seiner Hand eine Geste, die einen redenden Mund imitieren sollte. Beobachter nahmen das als Anspielung auf die Diskussionen um seine Zukunft als Trainer wahr. Darauf angesprochen sagte Wagner bei DAZN, dass das Thema „nicht schön“ gewesen sei, aber: „Ich mag sowas gerne, es können ja viele reden. Mit mir macht das nichts.“ Auf die Geste bezogen, fügte er aber an: „Das war nichts Böses.“

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