Studie belegt
Augen verraten beginnende Demenz
Aktualisiert am 27.08.2025 – 07:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Augen sind der Spiegel der Seele und offenbar auch des Gedächtnisses. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie.
Subtile Veränderungen in unseren Augenbewegungen können ein Frühwarnsignal für Gedächtnisprobleme oder beginnende Demenz sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Kanada und der Karibik.
Für die Untersuchung analysierten sie, wie verschiedene Teilnehmergruppen – darunter junge Erwachsene, gesunde Senioren sowie Personen mit kognitiven Störungen oder Amnesie – Bilder betrachteten. Das Besondere: Die Teilnehmer mussten keine Aufgaben lösen, sondern einfach nur Bilder anschauen, während ihre Augenbewegungen erfasst wurden.
Durchgeführt wurden zwei Experimente mit unterschiedlichen Bildwiederholungen, um zu sehen, wie flexibel die Teilnehmenden auf neue und bekannte Reize reagierten. Im ersten Versuch sahen die Teilnehmer jeweils einmal 120 verschiedene Bilder, etwa Landschaften, Gegenstände oder Alltagsszenen. Die Forscher analysierten dabei, wie individuell die Augenbewegungen bei jedem neuen Bild waren.
Im zweiten Versuch wurden einige Bilder mehrfach gezeigt, dreimal in unterschiedlicher Reihenfolge. Ziel war es, herauszufinden, ob und wie sich der Blickverlauf beim Wiedersehen verändert.
Das Ergebnis: Wer ein gutes Gedächtnis hatte, erkundete Bilder mit den Augen aktiver, schaute sich viele verschiedene Bereiche an, besonders bei wiederholtem Ansehen. Menschen mit nachlassendem Erinnerungsvermögen verharrten visuell, sahen immer wieder auf dieselben Stellen und zeigten kaum Blickabweichung, auch bei völlig unterschiedlichen Bildern.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Blickmuster auch ohne explizite Aufgabenanforderungen systematisch je nach Gruppe variierten“, schreiben die Forscher. Und weiter: „Geringere Gedächtnisleistung war mit ähnlicheren Blickmustern bei unterschiedlichen und wiederholten Bildern und einer geringeren Streuung der Augenbewegungen verbunden.“
Die Ursache dafür liegt vermutlich in Veränderungen im Hippocampus, einem Bereich im Gehirn, der für das Speichern von Erinnerungen entscheidend ist. Diese Veränderungen beeinflussen nicht nur die Merkfähigkeit selbst, sondern offenbar auch, wie wir visuelle Informationen aufnehmen.
Die Hoffnung der Forscher: In Zukunft könnten einfache Eye-Tracking-Verfahren eine schnelle und kostengünstige Methode zur Früherkennung von kognitivem Abbau bieten, etwa bei Alzheimer oder MCI. Bereits heute gibt es erste Studien, die Hinweise auf Demenz in den Augen erkennen wollen, etwa in der Netzhaut oder Pupillenreaktion. Nun zeigt diese Studie: Auch die Blickbewegung an sich ist ein starker Hinweisgeber.
