Antwort auf Hoeneß- und Eberl-Kritik?

Karl mit deutlicher Geste beim Jubel – Bayern-Boss reagiert


Aktualisiert am 04.11.2026 – 03:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Lennart Karl nach seinem Tor: Der Nationalspieler wählte einen speziellen Jubel. (Quelle: Violeta Santos Moura)

Lennart Karl bringt den FC Bayern in Madrid in Führung. Danach jubelt er mit einer besonderen Geste.

Im entscheidenden Moment präsentierte sich Lennart Karl hellwach. Der 18-Jährige stibitze beim Gastspiel des FC Bayern in der Champions League bei Atlético Madrid Gegenspieler Robin Le Normand im Strafraum den Ball vom Fuß und blieb dann eiskalt. Er chippte das Leder über Torhüter Jan Oblak und versenkte die Kugel damit in den Maschen – das erlösende 1:0 für die Münchner im Estadio Metropolitano.

Karl jubelte ausgelassen. Seine Teamkollegen um Harry Kane nahmen den Flügelspieler in den Arm, herzten ihn. Kurz darauf fiel Karl dann aber noch mit einer speziellen Geste auf. Er führte beide Hände in Richtung seiner Ohren und ahmte mit ihnen Mundbewegungen nach.

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Hoeneß kritisierte Karl: „Kein Superstar“

Was Karl mit der Handbewegung sagen wollte, ist nicht eindeutig klar. Fakt ist jedoch: Zuletzt hatte der junge Bayern-Profi viel Kritik einstecken müssen.

Zunächst hatte sich Bayern-Patron Uli Hoeneß Karl öffentlich zur Brust genommen. „Ich habe mir vorgenommen, ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut“, sagte er Ende Oktober der „Welt am Sonntag“. Auch Druck sei für junge Profis wichtig. Er wisse nicht, ob es Karl guttue, „wenn man ihn immer nur in den Arm nimmt“, so Hoeneß.

Ulie Hoeneß: Bayerns Ehrenpräsident wählte deutliche Worte in Richtung Lennart Karl. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)

TV-Experte Lothar Matthäus pflichtete Hoeneß am Donnerstag bei. „Lennart Karl soll sich auf Fußball konzentrieren, bei großer Konkurrenz muss er sich durchsetzen.“ Matthäus‘ Forderung an Karl: „Bisschen weniger Bling, bisschen weniger Social Media, bisschen mehr Leistung auf dem Platz.“

Zudem attestierte Bayern-Vorstand Max Eberl Karl in der vergangene Woche einige Fehltritte und ein Leistungsloch und riet ihm wie Matthäus „sich auf den Fußball zu konzentrieren“. Nach dem Spiel gegen Atlético sagte Eberl in den Katakomben der Arena in Madrid wiederum: „Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler, das haben wir nie in Abrede gestellt.“ Er sei heute gegen Atlético „unfassbar fleißig gewesen und dann belohnt er sich mit einem Tor“.

Was Karls Jubel bedeute, wisse er zudem nicht, so Eberl. „Ich habe es ehrlicherweise nicht gesehen“, betonte er. „Weil ich mich auch gefreut habe.“

Ballack verteidigt Karl: „Unverständlich“

Nach der Kritik an Karl war Eberl zuletzt von Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack scharf angegangen worden. „Dass Max Eberl nun, nachdem Lennarts Leistungskurve wieder klar nach oben zeigt, ihm ein sportliches Loch attestiert, geschmückt mit Fehltritten, ist vom Zeitpunkt her unverständlich und inhaltlich zumindest mal zu hinterfragen“, erklärte er am Samstag rund um das Topspiel zwischen Bayern und dem BVB als DAZN-Experte. Eberl hatte Karl nach Bayerns 6:1-Erfolg im DFB-Pokal gegen Magdeburg kritisiert, bei dem der Jungprofi ein Tor vorgelegt hatte.

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