„Keine Entscheidung gegen Deutschland“
Auftritt mit Trump: Audi-Chef wehrt sich gegen Kritik
26.10.2026 – 19:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit US-Präsident Donald Trump sieht sich Audi-Chef Gernot Döllner massiver Kritik ausgesetzt. Nun meldet er sich erstmals selbst zu Wort.
Audi-Chef Gernot Döllner rechtfertigt sich für seinen Auftritt zusammen mit US-Präsident Donald Trump, der ihm massive Kritik und die Forderung nach seinem Rücktritt eingebracht hat. Man habe im Interesse des Unternehmens gehandelt, betont er in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter, das der dpa vorliegt. Eine Stellungnahme auf der Audi-Website geht in eine ähnliche Richtung. In beiden räumt Döllner aber auch ein, dass der Auftritt „Fragen und auch Unverständnis“ ausgelöst habe.
Produktionsvorstand Gerd Walker und er seien in Georgia gewesen, um die Gespräche und Verhandlungen über das geplante Werk voranzubringen. „Im Rahmen unserer Gespräche wurden wir gebeten, unsere Pläne gemeinsam mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika öffentlich vorzustellen“, schreibt Döllner. „Die Entscheidung, dieser Einladung zu folgen, haben wir ausschließlich im Interesse des Unternehmens getroffen.“ Da die Gespräche vertraulich waren, habe man zudem nicht vorab darüber informieren können.
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„Gleichzeitig sehen wir, dass der Rahmen der Ankündigung als politisches Signal wahrgenommen wurde“, schreibt Döllner. „Das nehmen wir sehr ernst.“ Man stehe zu den Werten des Unternehmens, trage aber ebenso Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft von Audi.
Döllner betont Bedeutung von eigener US-Produktion
Döllner verteidigte auch die Entscheidung für den Bau eines Werks. „Eine lokale Produktion in den USA ist für Audi von großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung.“ Die USA seien der zweitgrößte Premiummarkt der Welt, das Geschäft von Audi dort aber „heute nicht profitabel“. Viele Konkurrenten hätten bereits seit Jahren eine lokale Produktion. Eine eigene Fertigung ermögliche es Audi, wettbewerbsfähiger zu werden, Handels- und Währungsrisiken zu reduzieren und das eigene Wachstumspotenzial besser zu nutzen.

„Ein stärkeres US-Geschäft ist daher keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein wichtiger Beitrag zur globalen Wettbewerbsfähigkeit von Audi und zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolges“, betont der Chef des Autobauers.
Massive Kritik am Audi-Chef
Der gemeinsame Auftritt mit Trump hatte für große Überraschung aber auch scharfe Kritik bis hin zur Rücktrittsforderung gesorgt. Ein Aspekt dabei ist, dass Audi in internen Regeln in den drei letzten Monaten vor Wahlen öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Parteien oder Politikern ausschließt. In den USA sind am 3. November aber Zwischenwahlen.