Benedikt Höwedes und Gerald Asamoah kennen das WM-Geschäft aus drei Turnieren. Im Gespräch mit t-online blicken sie auf das kommende Turnier, das größer ist als jedes zuvor.

David Schafbuch berichtet aus New York

In weniger als einem Monat rollt in den USA, Mexiko und Kanada der Ball: Gemeinsam werden die drei Staaten die erste Fußball-WM mit 48 Mannschaften und damit das längste Turnier in der Geschichte ausrichten. Für die deutsche Mannschaft beginnt der Wettbewerb am 14. Juni gegen den WM-Neuling Curaçao in Houston.

Wie ein solches Turnier abläuft, wissen Gerald Asamoah und Benedikt Höwedes aus eigener Erfahrung. Asamoah lief bei den Turnieren 2002 und 2006 für Deutschland auf, Höwedes wurde 2014 sogar Weltmeister. t-online konnte sie am Rande einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York treffen. Im Interview sprechen Asamoah und Höwedes darüber, wie sie zu dem großen Turnierformat stehen, was sie über eine Rückkehr von Manuel Neuer in die Mannschaft denken und welche Chancen sie dem DFB-Team bei dem Turnier ausrechnen.

t-online: Herr Höwedes, Herr Asamoah, in weniger als einem Monat beginnt die Fußballweltmeisterschaft hier in den USA, Mexiko und Kanada. Mit welchem Gefühl blicken Sie gerade auf das Turnier?

Benedikt Höwedes: So richtig in WM-Stimmung bin ich noch nicht. Aber das kommt bekanntlich erst mit dem Anpfiff. Die Euphorie hängt natürlich immer auch davon ab, wie die deutsche Mannschaft spielt. Hier in New York merkt man von dem Turnier auch noch recht wenig.

Gerald Asamoah: Man freut sich natürlich auf eine Weltmeisterschaft. Aber bei mir ist das WM-Fieber noch nicht so richtig da. Mein Eindruck ist, dass die Vorfreude in Deutschland auch noch größer als hier in den USA ist.

Zuletzt hatten auch die Hotels vor Ort über eine niedrige Auslastung geklagt. Gleichzeitig sind die Kosten der Fans für Tickets, Anreise und Übernachtungen sehr hoch. Kann darunter die Stimmung leiden?

Höwedes: Eine WM ist für ganz viele Menschen gemacht. Wenn die Preise so hoch sind, dass nicht mehr jeder den Zugang zu dem Turnier erhalten kann, ist das auf jeden Fall schade. Aus Deutschland sollen aber viele Tickets nachgefragt werden. Die hart gesottenen Fußballfans werden sicher trotzdem hierherkommen. Aber insgesamt ist das eine Entwicklung, die nicht gut ist.

Würden Sie als Fußballfan das Turnier vor Ort verfolgen wollen, Herr Asamoah?

Asamoah: Wahrscheinlich eher nicht. Aber bei diesem Turnier werden sehr viele Länder vertreten sein, die vorher noch nie an einer WM teilgenommen haben. Von dort werden sicher viele Menschen kommen, weil sie einmal dabei sein wollen. Aber die Kosten sind natürlich übertrieben. Ich kann verstehen, dass ich es mir als Fußballfan gut überlege, ob ich mir das Turnier lieber von zu Hause aus anschaue.

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