Gesundheitliche Probleme
Jeder Fünfte schweigt beim Arzt
13.08.2026 – 08:07 UhrLesedauer: 1 Min.
Viele Patienten haben laut einer neuen Umfrage Hemmungen, ihrem Arzt bestimmte Probleme zu erzählen. Dabei gibt es große Unterschiede beim Alter der Patienten.
Ob aus Misstrauen, Scham oder Angst: Fast jeder Fünfte (18 Prozent) hat bei einem Arztbesuch schon einmal gesundheitliche Probleme nicht angesprochen. Bei den Frauen ist es sogar knapp jede Vierte (23 Prozent), die trotz Beschwerden beim Arzt schweigt. Männer sind hingegen weniger zurückhaltend, bei ihnen haben bislang nur 13 Prozent ein Problem beim Arzt nicht angesprochen.
Dies geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer hervor, für die insgesamt 1.791 Über-18-Jährige befragt wurden. „Falsche Scham kann negative Folgen für den Behandlungsverlauf mit sich bringen und den Behandlungserfolg beeinträchtigen“, mahnt Barmer-Vorstandsvorsitzender Christoph Straub. Es bestehe kein Anlass, gesundheitliche Beschwerden zu verschweigen – schließlich sei der Arzt an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden.
Unterschiede zwischen den Altersgruppen
Auch unter den einzelnen Altersgruppen gibt es Unterschiede. Generell kann gesagt werden: Je jünger die Patienten sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie etwas zurückhalten. Während unter den 18- bis 29-Jährigen 28 Prozent angaben, beim Arzt schon einmal entscheidendes ausgelassen zu haben, lag dieser Anteil bei den Über-60-Jährigen lediglich bei 13 Prozent.
| Altersgruppe | Anteil der Patienten, die schon einmal Probleme nicht angesprochen haben |
|---|---|
| 18-29 | 29 Prozent |
| 30-44 | 20 Prozent |
| 45-59 | 18 Prozent |
| 60 und älter | 13 Prozent |
Am schwierigsten sei es für die meisten dabei, über Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme zu sprechen: 28 Prozent bejahten dies. Größere Hemmungen gibt es auch bei den Themen häuslicher Gewalt (25 Prozent) sowie Missbrauch (20 Prozent).