„Nie wieder normal“

Arzt sagt Mette-Marit weitere Komplikationen voraus


28.09.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Mette-Marit: Vor ihrer Lungentransplantation war sie zeitweise auf ein Beatmungsgerät angewiesen. (Quelle: Per Ole Hagen/Getty Images)

Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen setzte Mette-Marit bei wichtigen Royal-Terminen aus. Ein Facharzt rechnet damit, dass es für sie auch zukünftig zu Rückschlägen kommen könnte.

Zwei Auftritte, bei denen Königin Mette-Marit fehlte oder nur eingeschränkt teilnehmen konnte, haben in Norwegen Fragen aufgeworfen. Bei der Vereidigung von König Haakon VIII. war sie nicht dabei, und die Trauerprozession für König Harald V. verfolgte sie aus einem Fahrzeug heraus, während der Rest der Familie zu Fuß hinter dem Sarg ging. Ihr behandelnder Lungenarzt Are Holm hatte bereits bestätigt, dass es seit der Transplantation im Juni mehrfach zu Komplikationen gekommen sei. Doch es könnten wohl weitere auftreten.

Haralds Witwe, Königin Sonja, und Königin Mette-Marit folgten dem Trauerzug in einem Auto. (Quelle: Håkon Mosvold Larsen/NTB Scanpix/AP/dpa/dpa-bilder)

Hans Henrik Lawaetz Schultz, Oberarzt der Lungenabteilung am Rigshospitalet in Kopenhagen, sagte dem norwegischen Sender TV 2: „Komplikationen sind sehr, sehr häufig. Wir sagen tatsächlich allen unseren Patienten, dass niemand dies ohne gewisse Komplikationen übersteht.“ Weitere Krankenhausaufenthalte nach einer Lungentransplantation seien keine Ausnahme. Schultz fasst es so zusammen: „Komplikationen gehören zum Leben als Transplantationspatient dazu.“

Besonders in den ersten zwei bis sechs Wochen nach der Operation bestehe das Risiko einer akuten Abstoßungsreaktion, bei der das Immunsystem das neue Organ angreift. Atemnot kann ein Hinweis darauf sein, tritt aber nicht bei allen Betroffenen auf. Regelmäßige Gewebeproben seien deshalb wichtig, um eine solche Reaktion frühzeitig zu erkennen. Schwere Verläufe seien laut Schultz selten; in vielen Fällen lasse sich eine Abstoßungsreaktion durch eine Anpassung der Medikamentendosis behandeln.

Die Medikamente, die eine Abstoßung verhindern sollen, schwächen jedoch gleichzeitig die körpereigene Immunabwehr. Schultz erklärt, dass dadurch ausgelöste Infektionen nicht auf die Lunge beschränkt sein müssten, sondern etwa auch Blase oder Darm betreffen könnten. Jesper Magnusson, medizinischer Leiter für Lungentransplantationen am Sahlgrenska-Universitätsklinikum in Göteborg, weist zudem darauf hin, dass unbehandelte Infektionen oder aggressive Bakterien im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung auslösen könnten.

Hinzu kommt die körperliche Schwächung nach einem längeren Aufenthalt auf der Intensivstation. Der Abbau von Muskelmasse könne noch Wochen oder Monate nach der Operation spürbar sein. Schultz hält dies auch für eine mögliche Erklärung dafür, dass Mette-Marit die rund 40-minütige Trauerprozession aus dem Auto verfolgte und bei einem Abendempfang nicht anwesend war.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version