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Anwohner wehren sich gegen Bauprojekt vor der Haustür

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Februar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Anwohner wehren sich gegen Bauprojekt vor der Haustür
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Die Bagger sollen rollen, doch die Anwohner in Frankfurt-Schwanheim setzen sich zur Wehr. Sie kämpfen gegen ein Bauprojekt, von dem sie ihre Lebensqualität bedroht sehen.

„Mir blutet jetzt schon das Herz“, sagt Silvia Loch. So habe sie sich ihr Rentenalter nicht vorgestellt. Vor ihrer Haustüre in Frankfurt-Schwanheim wird ein Bauprojekt realisiert, das für viele Anwohner geringere Lebensqualität bedeutet. Knapp 400 Unterschriften wurden bereits gesammelt, um gegen die befürchteten Auswirkungen zu protestieren.

Das Baugrundstück befindet sich an der Kreuzung Rheinlandstraße/Henriette-Fürth-Straße nahe dem Schwanheimer Ufer. Die Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaft Nassauische Heimstätte plant dort einen neuen Gebäudekomplex. Er umfasst zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 166 Wohneinheiten. Die geplante Höhe der Gebäude variiert zwischen vier, sieben und acht Geschossen. „Das ist viel zu groß“, findet Anwohnerin Loch.

Anwohner wissen nicht, wo sie parken sollen

Auch Peter Polke, einer der Anwohner, der die Petition unterschrieben hat, findet: „Die Bebauung versperrt die Sicht, und die Zufahrtstrasse ist schon jetzt überlastet, sodass der Notdienst kaum durchkommt.“ Ein weiteres Problem sei die mangelhafte Parksituation. Auf dem Grundstück, auf dem gebaut werden soll, befindet sich neben einem großen Spielplatz zurzeit auch ein Parkplatz mit 126 Stellplätzen, die von der Anwohnerschaft genutzt werden. Die Baupläne zeigen, dass diese wegfallen, um für die Mietshäuser Platz zu schaffen – und das, obwohl die aktuelle Parksituation schon sichtlich angespannt ist. Autos parken da, wo Platz ist – egal, ob erlaubt oder nicht.

Das zuständige Architekturbüro verspricht 137 neue Stellplätze. Diese werden aber zu einem Wohnhaus mit 166 Wohneinheiten gehören. Viele Anwohner befürchten deshalb, dass diese bei Weitem nicht ausreichen werden.

Nassauische Heimstätte äußert sich zum Bauprojekt

Von den insgesamt 166 Wohneinheiten sind alle als Mietwohnungen konzipiert, 30 Prozent davon sollen als öffentlich geförderte Wohnungen angeboten werden. Das und auch die Menge an zugezogenen Menschen ruft bei den Anwohnern der Henriette-Fürth-Straße Bedenken hervor.

Bis es allerdings überhaupt so weit kommen kann, braucht es zunächst eine Genehmigung der Baupläne. Diese steht noch aus. „Wenn eine Baugenehmigung vorliegt, werden wir bauen. Der an dieser Stelle entstehende Wohnraum wird ja in Frankfurt auch dringend gebraucht“, teilt Jens Duffner, Pressesprecher der Nassauischen Heimstätte, mit. Um den Bau zu verhindern, wollen die besorgten Anwohner insgesamt 500 Unterschriften sammeln. Diese sollen dann bei der Frankfurter Bauaufsichtsbehörde eingereicht werden.

Die Petition umfasst insgesamt sechs Forderungen. So soll zum Beispiel nicht zu hoch gebaut werden, maximal fünf Geschosse. Außerdem soll die Anzahl der geplanten Wohnungen reduziert werden. Darüber hinaus verlangen die Anwohner in der Petition auch für die jetzigen Anwohner ausreichend Parkplätze.

Dieser Parkplatz wird schon bald nicht mehr da sein – stattdessen sollen hier zwei Wohnhäuser stehen. (Quelle: Madlen Trefzer)

„Petition gegen die überdimensionale Bebauung der Henriette-Fürth-Straße“

Die Anwohner des betroffenen Gebietes drücken ihre Besorgnis über ein anstehendes Bauprojekt aus, das sie als „völlig übertrieben“ im Vergleich zu den bestehenden Gebäuden betrachten. In einer Online-Petition, die von dem Anwohner Stephen Haben erstellt wurde, stellen sie jedoch klar, dass sich ihre Petition nicht gegen das Bauprojekt selbst richtet. Sie erkennen an, dass Wohnraum knapp ist und heben hervor, dass ihre Sorgen lediglich der Art und Weise der geplanten Bebauung gelten.

Fast bei jedem Bauprojekt sollen Anwohner Bedenken haben

Obwohl die Verantwortlichen von ihren Plänen und deren Umsetzung überzeugt sind, zeigen sie dennoch Verständnis für die Frankfurter Bürger: „Dass Anwohner bei Neubauprojekten ihre Interessen und Bedenken geltend machen, ist legitim und kommt mittlerweile auch bei fast jedem Bauprojekt vor“, erklärt Jens Duffner.

„Wir versuchen als Planer und Bauherr natürlich, alle Interessen aufzugreifen und eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen“, heißt es weiter. Ob sich ein gemeinsamer Nenner finden wird, bleibt abzuwarten.

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