Solche Krankheitsverläufe überwiegen auch im restlichen Europa sowie in Asien. Fachleute bezeichnen sie als hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS): „Hämorrhagisch“ bedeutet „mit Blutungen einhergehend“ und „renal“ heißt „die Niere betreffend“.

Infektionen mit nord- und südamerikanischen Varianten des Hantavirus können hingegen rasch zu Husten, Atemnot, Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge und einem Schock fortschreiten: Der Fachbegriff hierfür lautet Hantavirus-induziertes (kardio-)pulmonales Syndrom (HPS beziehungsweise HCPS). Da sich Verlauf und Symptome beider Syndrome überlappen, ist mittlerweile zunehmend öfter übergreifend von der Hantavirus-Erkrankung die Rede.

Wie lange dauert es, bis erste Symptome auftreten?

Nach einer Infektion mit dem Hantavirus vergehen je nach Virustyp in der Regel eine bis acht Wochen, bis die ersten Symptome auftreten. In Ausnahmefällen kann die Inkubationszeit aber auch nur fünf Tage oder bis zu 60 Tage dauern.

Wie wird die Viruserkrankung behandelt?

Es gibt keine Medikamente oder sonstigen Therapiemaßnahmen, mit denen sich das Hantavirus gezielt bekämpfen lässt. Die Behandlung zielt ausschließlich darauf ab, Beschwerden wie Schmerzen oder Fieber zu lindern und Komplikationen zu verhindern.

Bei schweren Verläufen, etwa mit Nierenfunktionsstörungen, kann eine Einweisung in ein Krankenhaus erforderlich sein. Die meisten Hantavirus-Infektionen heilen aber von selbst aus.

Müssen Erkrankte isoliert werden?

Für gewöhnlich besteht keine Notwendigkeit, Erkrankte zu isolieren, da das Hantavirus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Einzig beim südamerikanischen Andesvirus besteht die Möglichkeit, dass auch infizierte Menschen ansteckend sind. Bei Ausbrüchen mit dieser Virusvariante oder bei Verdachtsfällen ist es daher wichtig, Betroffene frühzeitig zu isolieren, enge Kontaktpersonen zu überwachen und die üblichen Maßnahmen zur Infektionsprävention zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Dazu zählen unter anderem:

  • gründliche Handhygiene,
  • Flächendesinfektion in der Umgebung Betroffener und
  • ein sicherer Umgang mit Blut und Körperflüssigkeiten.

Wie viele Todesfälle verursacht das Hantavirus?

Wie hoch die Sterblichkeitsrate bei Hantavirus-Infektionen ist, hängt maßgeblich von den jeweiligen Virusvarianten ab. In Asien und Europa liegt sie zwischen unter einem und 15 Prozent.

Bei Infektionen mit dem in Deutschland vorherrschenden Puumalavirus, dessen Überträger die Rötelmaus ist, liegt die Sterblichkeit deutlich unter 0,1 Prozent. Beim von der Brandmaus und der Gelbhalsmaus übertragenen Dobravavirus ist sie mit 0,3 bis 0,9 Prozent etwas höher.

In Amerika enden hingegen bis zu 50 Prozent der Hantavirus-Infektionen tödlich. Die häufigsten Todesursachen sind Schock oder Nierenversagen, selten ein Lungenödem.

Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Es gibt keine Schutzimpfung gegen das Hantavirus. Daher besteht die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Infektion darin, den Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden.

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