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You are at:Home»Unterhaltung»Anke Engelke wirbt für Deutsche Bahn: Sind die Spots geschmacklos?
Unterhaltung

Anke Engelke wirbt für Deutsche Bahn: Sind die Spots geschmacklos?

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Oktober 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Anke Engelke wirbt für Deutsche Bahn: Sind die Spots geschmacklos?
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Zuerst das: Ja, Anke Engelke als überforderte Zugchefin ist witzig. Die Spots über das rollende Chaos haben das Niveau von „Ladykracher“. Aber trotzdem bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Denn, mal ganz langsam abgeschichtet und eins nach dem anderen: Seit Jahren, seit bestimmt einem Jahrzehnt, ist die Deutsche Bahn ein Schatten ihrer selbst. Lars Klingbeil, der SPD-Chef, sprach unlängst zu Recht davon, dass ihr desolater Zustand nicht nur ein Mobilitätsproblem beschere, sondern ein „Demokratieproblem“. In der Bahn manifestiert sich der ganze traurige Zustand des Landes. Sie trägt maßgeblich zum Missmut der Menschen bei. Wer im Moment von Berlin nach Hamburg oder nach München fahren möchte, der weiß: Katastrophe. Und das wird die nächsten drei, vier Jahre noch schlimmer. Man kommt zurzeit mit dem Regionalzug nicht mal nach Rangsdorf, direkt vor den Toren Berlins.

Und die Bahnspitze, verantwortlich für diesen beispiellosen Schlamassel, sagt sich: Ist doch lustig. Da machen wir einen selbstironischen Werbespot draus. Nach dem Prinzip: Ist der Ruf erst ruiniert, lacht sich’s richtig ungeniert. Was die Bahnoberen da machen, ist geschmacklos, dreist und wirklichkeitsvergessen. Man muss schon sehr weit weg sein von den Nöten und Qualen der Bahnreisenden, um sich ganz oben in den Höhen des Bahntowers bei diesen Spots auf die Schenkel klopfen zu können.

Wenn wir jetzt also schon an dem Punkt sind, dass wir sozusagen in zweiter Ordnung das eigene Versagen oder die eigene Unzulänglichkeit höchstselbst zum Lacher machen: Warum dann kein Werbespot der bislang ziemlich ruckelnden Regierung aus Schwarz-Rot mit Harald Schmidt in der Rolle von Kanzleramtsminister Thorsten Frei, bezahlt aus dem Topf des Bundespresseamtes? Schmidt, aus der Nähe von Neu-Ulm, wäre ideal. Er kommt dem Idiom des Mannes aus Bad Säckingen recht nahe. Und seine Haare ließen sich auch wunderbar streng nach hinten striegeln.

„Witzischkeit kennt keine Grenzen, Witzischkeit kennt kein Pardon“, sangen grandios und unvergessen Hape Kerkeling und Heinz Schenk einst im Duett. „Und wer witzisch is‘, der hat gut lachen“, geht der Song weiter. Bahnreisende haben aber null gut lachen. Sie wollen endlich wieder wie geplant ankommen.

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