Ultraschall zur Früherkennung
Aneurysma der Bauchschlagader – diese Männer sind gefährdet
15.08.2025 – 10:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Aneurysma der Bauchschlagader kommt vor allem bei älteren Männern vor. Ab 65 Jahren können sie daher einen kostenlosen Ultraschall machen lassen.
Je früher Krankheiten entdeckt und behandelt werden, desto höher sind oft auch die Chancen auf Heilung. Daher können gesetzlich Versicherte ab einem bestimmten Alter kostenlose Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen. Zu solchen zählen etwa die Darmspiegelung, die Prostatakrebs-Früherkennung oder die Mammografie.
Seit 2018 übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten für einen Ultraschall der Bauchschlagader – jedoch nur für Männer ab 65 Jahren. Denn diese Gruppe hat ein erhöhtes Risiko für ein Aneurysma.
Die Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader ist freiwillig. Männer ab 65 können selbst entscheiden, ob und wann sie diese Leistung in Anspruch nehmen möchten.
Die Bauchaorta (Bauchschlagader) ist das größte Blutgefäß im Bauchraum. Sie kann sich an einer Stelle ausdehnen. Hat die Ausbuchtung einen Durchmesser von drei Zentimetern oder mehr erreicht, sprechen Fachleute von einem Aneurysma. Betroffene merken von dieser Ausdehnung in der Regel nichts.
Ein Aneurysma der Bauchschlagader kann jedoch (wenn auch selten) gefährlich werden – nämlich dann, wenn es sich so sehr ausdehnt, dass es reißt. Dann gerät plötzlich viel Blut in den Bauchraum. Dabei handelt es sich um einen Notfall.
Schätzungen zufolge kann die Früherkennungsuntersuchung drei Männer von 1.000 davor bewahren, an einem Bauchaortenaneurysma zu sterben.
Gefährdet für Aneurysmen der Bauchaorta sind vor allem ältere Männer. Darüber hinaus gibt es bestimmte Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen. Dazu zählen vor allem:
- Rauchen
- Bluthochdruck
- erhöhte Blutfette
- Fälle von Aneurysmen in der Familie
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einmalig die Kosten für eine Bauchaortenaneurysma-Früherkennung für Männer ab 65 Jahren. Ziel der Untersuchung ist, Aneurysmen schon frühzeitig zu erkennen.
Frauen oder jüngere Männer müssen eine entsprechende Untersuchung selbst zahlen – es sei denn, der Arzt hat den Verdacht, dass ein Aneurysma vorliegen könnte.
Aneurysmen der Bauchaorta kommen bei Frauen deutlich seltener vor als bei Männern. Darüber hinaus gehen Fachleute davon aus, dass das Risiko für einen Riss bei ihnen insgesamt geringer ist als das Risiko, durch eine Operation Komplikationen zu bekommen. Daher wird das allgemeine Bauchaorten-Screening als kostenlose Früherkennungsuntersuchung für Frauen nicht empfohlen.
Gibt es jedoch Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, wird der Arzt diesen nachgehen und eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen tragen.
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt fährt mit einem Ultraschallgerät von außen über den entsprechenden Körperbereich und betrachtet die Ultraschallbilder auf einem Monitor. Er misst den Durchmesser der Bauchaorta und prüft, ob vergrößerte Ausbuchtungen zu sehen sind.
Bei rund 980 von 1.000 untersuchten Männern ab 65 Jahren liegt der Durchmesser der Bauchschlagader im Normalbereich von unter 3 Zentimetern. In den meisten Fällen ist die Untersuchung also unauffällig. Dann sind in der Regel keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
Eine 100-prozentige Sicherheit, auch künftig kein Aneurysma zu entwickeln, kann die Untersuchung nicht geben.
Ein kleines bis mittelgroßes Aneurysma wird bei 18 von 1.000 Männern entdeckt. Der Durchmesser beträgt dann bis zu 5,4 Zentimeter. In der Regel reicht es aus, die Ausdehnung regelmäßig zu kontrollieren. Diese Folgeuntersuchungen sind kostenlos.
In seltenen Fällen wird der Arzt auch schon bei kleineren Ausbuchungen ab 2,5 Zentimetern regelmäßige Kontrollen vorschlagen – insbesondere, wenn die Person bestimmte Risikofaktoren aufweist.
Ist das Aneurysma größer – dies kommt bei etwa 2 von 1.000 Männern vor – besteht die Gefahr, dass die Aorta reißt. Um diesem lebensgefährlichen Zustand vorzubeugen, kann der Arzt eine Operation empfehlen. Eine OP kann jedoch mit Komplikationen verbunden sein. Dazu zählen etwa Herzinfarkt, Schlaganfall, Infektionen oder Lungenentzündung. Ob der Eingriff infrage kommt, muss der Arzt daher gemeinsam mit seinem Patienten sorgsam abwägen.
